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Aus der Stadt Bahn zu spät – Geld zurück
Hannover Aus der Stadt Bahn zu spät – Geld zurück
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07:01 09.09.2015
Von Bernd Haase
Zu lange gewartet? Für Fahrgäste im Nahverkehr lohnt sich bei Verspätungen ein genauer Blick auf die Uhr.
Zu lange gewartet? Für Fahrgäste im Nahverkehr lohnt sich bei Verspätungen ein genauer Blick auf die Uhr. Quelle: Surrey
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Dies soll künftig ohne Ausschlussgründe gelten, also auch dann, wenn der Nahverkehr etwa durch Streiks oder Unwetter beeinträchtigt wird. Bisher ist das nicht entschädigungspflichtig, weil es als höhere Gewalt eingestuft wird.

Eine Pünktlichkeitsgarantie gibt es im GVH bereits seit 2003. „Sie ist allerdings nicht einheitlich geregelt, deshalb schwer zu kommunizieren und wurde kaum beworben“, erklärt die für den Nahverkehr zuständige Region. Trotzdem sind nach Angaben von Regionssprecher Klaus Abelmann im vergangenen Jahr knapp 42 000 Fälle registriert worden, in denen Bus- oder Bahnreisende Entschädigungen erhielten. 95 Prozent davon betrafen DB Regio, also die S-Bahn oder Regionalzüge.

Wer die Pünktlichkeitsgarantie in Anspruch nimmt und ein Einzelticket gelöst hat, erhält ein solches zur Entschädigung. Das ist gegenüber der bisherigen Regelung eine Verschlechterung, denn derzeit gibt es noch ein Tagesticket. „Das ist weder angemessen noch finanziell abbildbar“, begründet die Region die Neufassung. Besitzer einer Monatskarte bekommen bei Unpünktlichkeit 4 Euro – bei DB Regio in Form eines Gutscheins, bei den anderen Unternehmen wie Üstra oder Regiobus in bar.

„Die Garantie soll die Kunden von der Pünktlichkeit im GVH überzeugen und intensiv beworben werden“, heißt es vonseiten der Region. Sie erwartet keinen erhöhten Kostenaufwand, weil die teure Entschädigung mit dem Tagesticket entfällt und weil sie anhand der vorliegenden Statistiken zu der Auffassung kommt, dass die Fahrpläne im GVH in der Regel gut eingehalten werden. „90 bis 95 Prozent aller Fahrten sind pünktlich“, erklärt Abelmann. Zu berücksichtigen dabei ist, dass Pünktlichkeit im Nahverkehr einer besonderen Definition unterliegt. Busse dürfen bis zu fünf Minuten Verspätung haben, Schienenfahrzeuge bis zu drei Minuten.

Endgültig beschließen über das Regelwerk muss die Regionsversammlung. Deren Verkehrsausschuss hat das Thema gestern allerdings zwecks weiterer Beratungen von der Tagesordnung genommen. Man verspricht aber, pünktlich fertig zu werden.     

Andreas Schinkel 11.09.2015
Bernd Haase 08.09.2015