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Aus der Stadt Gandhi-Denkmal? Teletubbies!
Hannover Aus der Stadt Gandhi-Denkmal? Teletubbies!
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15:32 21.12.2014
Von Uwe Janssen
So oder so ähnlich könnte die Gandhi-Statue aussehen, die nach Hannover kommen soll.
So oder so ähnlich könnte die Gandhi-Statue aussehen, die nach Hannover kommen soll. Quelle: HAZ/Christian Burkert/dpa (Montage)
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Hannover

Es ist kurz vor Weihnachten, kein Wunder also, wenn die Besinnlichkeit mal wieder wild um sich schlägt. Diesmal in Hannover. Gerade ist die Landeshauptstadt von der Unesco zur City of Music bestimmt worden. Aber noch mehr ist Hannover eine City of Peace, die heimliche Welthauptstadt des Friedens. Dazu braucht man kein Zertifikat. Das spürt man allüberall, zum Beispiel im Berufsverkehr, bei der Bombenräumung oder im Supersale bei Primark.

Schon allein deshalb soll Hannover endlich ein Gandhi-Denkmal bekommen. Auf dem Opernplatz. Erst Ernst August, Leibniz, Bödeker, Gänseliesel und Schwimmmeister Schrader, nun Gandhi. Logisch, eigentlich. Die SPD im hannoverschen Bezirksrat Mitte hat das für sich beschlossen, vermutlich nicht in einer planmäßigen Fraktionssitzung, sondern im fortgeschrittenen Stadium der Weihnachtsfeier beim Inder. Gandhi, so die Begründung, sei charismatisch, hoch angesehen und ein Vorbild. Keine Frage!

Somit spräche nichts, aber auch rein gar nichts dagegen, in Hannover, dem Neu Delhi Norddeutschlands, eine Statue aufzustellen. Hauptsache, es bleibt noch ein bisschen Platz neben den Statuen von Martin Luther King, Mutter Teresa, Jesus Christus und den Teletubbies, alles charismatische Figuren und Vorbilder.

Man weiß ja wirklich nicht viel über Mahatma Gandhi. Aber dass ihm Hannover und die Arbeit des Bezirksrats Mitte immer sehr am Herzen gelegen haben, weiß man sicher – auch wenn er die Stadt nicht kannte, aber das macht ja eben das Charismatische bei solchen Weltveränderern aus.

Bezahlen soll das Denkmal die indische Regierung, zu der die Bezirksrats-SPD in ständigem Kontakt steht. Dass Indien zufälligerweise Partnerland der Hannover-Messe 2015 ist, passt ja noch besser: Gandhi, der alte Technikfreak! Mit einem Schaufelbagger oder einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage konnte man den Hobbybastler immer schon begeistern. Gandhi in Hannover – eine Nachricht wie eine Bombay, wie man in Friedenszirkeln sagt.

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