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Aus der Stadt Vereinbarung zu Ganztagsangebot an Grundschulen
Hannover Aus der Stadt Vereinbarung zu Ganztagsangebot an Grundschulen
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17:51 20.02.2015
Von Saskia Döhner
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Es sollen jeweils Verträge zwischen Stadt, Schule und den Kooperationspartnern wie beispielsweise Sportvereinen, Musikschulen oder Wohlfahrtsverbänden möglich sein. Gestern stellten Dezernentin Marlis Drevermann und Schulamtsleiterin Eva Bender die Vereinbarung vor.

Die Zahl der Kinder, die am Ganztagsangebot teilnähmen, habe sich in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht, sagte Drevermann. Mittlerweile sind es mehr als 8000 Schüler, von denen jeder zweite sogar an vier bis fünf Tagen das Nachmittagsangebot nutzt. Während das Land nur ein Ganztagsangebot von 8 bis 16 Uhr durch die Lehrer vorsieht, hat die Stadt die Betreuung noch um eine Stunde nach vorn und hinten erweitert, also von 7 bis 17 Uhr. In diesen Randzeiten würden aber nur Mitarbeiter der Kooperationspartner und keine Lehrer eingesetzt, sagte Bender. Die Stadt gibt jährlich 5,8 Millionen Euro für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen aus. Dadurch, dass das Land seine Förderung aufstockt, könnte Hannover rund 350 000 Euro einsparen. „Die Qualität der Ganztagsangebote darf sich aber keinesfalls verschlechtern“, betonte Drevermann.

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40 Prozent der Landeszuschüsse für den Ganztag dürfen die Schulen kapitalisieren, also sich in Geld umwandeln lassen und davon Mitarbeiter der Kooperationspartner bezahlen, die dann Nachmittagskurse anbieten. 60 Prozent der Landeszuschüsse fließen direkt in zusätzliche Lehrerstunden. Für die Finanzierung von Ganztagsangeboten an weiterführenden Schulen ist die Stadt nicht zuständig, die trägt allein das Land.

Vor knapp drei Jahren hatte die Landesschulbehörde den Grundschulleitern erklärt, dass die bisherigen Kooperationsverträge rechtlich unzulässig seien und der Verdacht auf illegale Leiharbeit und Scheinselbstständigkeit bestehe. „Künftig besteht völlige Rechtssicherheit“, unterstrich Drevermann. Die neuen Verträge seien besonders geprüft worden. Die Gesamtverantwortung für das Ganztagsangebot liegt künftig bei den Schulleitern. Rektoren und Kooperationspartner sollen auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, sagte Bender.

Wichtig sei es, dass die Zahl der Bezugspersonen für die Grundschüler im Alter zwischen sechs und zehn Jahren möglichst klein gehalten werde. Lehrer sollen am Nachmittag mit den Kindern das Lernen üben, daneben soll es diverse Angebote aus den Bereichen Sport, Musik, Tanz, Kunst, Forschen und Experimentieren am Nachmittag geben. Einige Schulen sollen Kulturmodellschulen werden können.

Tobias Morchner 20.02.2015
Tobias Morchner 20.02.2015