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Aus der Stadt „Kein Kind muss zur Ganztagsschule“
Hannover Aus der Stadt „Kein Kind muss zur Ganztagsschule“
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07:23 23.12.2014
Von Saskia Döhner
Laut Kultusministerium soll der Besuch einer Ganztagsschule nicht verpflichtend sein.
Laut Kultusministerium soll der Besuch einer Ganztagsschule nicht verpflichtend sein. Quelle: Jörg Carstensen
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Hannover

„Der Elternwille wird umfassend berücksichtigt“, sagte Sprecherin Susanne Schrammar am Montag. „Die Entscheidung, ob Ganztagsangebote für Schüler verpflichtend sein sollen, wird im Schulvorstand immer unter Beteiligung der Elternvertretung gefällt. Grundsätzlich haben die Schulen jetzt auch die Möglichkeit, nur einzelne Jahrgänge oder Züge mit einem Ganztagsangebot zu versehen.“ Dies zeige die vielen Freiheiten des neuen Erlasses.

Niemand werde gezwungen, eine Ganztagsschule zu besuchen. „Eltern, die nicht möchten, dass ihr Kind eine Schule mit verpflichtenden Ganztagsangeboten besucht, haben ein Ausweichrecht“, sagte Schrammar. Sie könnten sich stattdessen für eine Halbtagsschule oder eine Schule mit offenem Ganztagsangebot entscheiden.

Der Stadtelternrat hatte kritisiert, dass Eltern faktisch kein echtes Mitspracherecht bei der Entscheidung hätten, ob eine Schule zu einer Pflichtganztagsschule werde oder nicht. Im Schulvorstand stellen Eltern nur ein Viertel der Mitglieder, während die Lehrer die Hälfte stellen, der Rest sind Schülervertreter. Das Ministerium verweist darauf, dass bei der Umwandlung von einer offenen in eine verpflichtende Ganztagsschule dies nur für die neuen Schüler gilt, den anderen ist die Nutzung des Ganztagsangebotes freigestellt. Die Regierung sei bemüht, das Erziehungsrecht der Eltern mit dem staatlichen Bildungsauftrag in Einklang zu bringen. „Aus pädagogischer und gesellschaftspolitischer Sicht befürworten wir den Besuch einer Ganztagsschule“, sagte Sprecherin Schrammar. Gute Ganztagsschulen förderten soziale Kompetenzen und könnten Bildungsnachteile abbauen.