Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Gartengeschichte im Schlossmuseum
Hannover Aus der Stadt Gartengeschichte im Schlossmuseum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 23.03.2015
Von Andreas Schinkel
Die grünen Trennwände im Westflügel des Schlossmuseums sind Bosketten nachempfunden, den typischen Hecken im Großen Garten, auch „Lustgebüsch“ genannt. Jennifer Hoyer hat die Ausstellung mitkonzipiert. Eberstein Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Pünktlich zum Frühlingsanfang startet an diesem Wochenende die Hauptsaison in den Herrenhäuser Gärten. Frühblüher tauchen die Beete im Großen Garten in ein buntes Farbenmeer, und auch im Schlossmuseum hält der Frühling Einzug. Vorbei sind die Tage der pompösen Welfenausstellung, im Westflügel des Museums widmet man sich wieder der Gartengeschichte. Hell und freundlich sind die Räume gestaltet, in Weiß und sattem Grün gehalten. Wer sich auf die historische Spur der Herrenhäuser Gärten begeben will, muss um die Ecke schauen, in Nischen suchen. Grüne Trennwände teilen den schmalen Trakt, bieten Verstecke für die vielen Exponate. „Wir haben den Raum nach dem Vorbild der labyrinthischen Hecken im Barockgarten gestaltet“, sagt Kurator Andreas Urban. Bosketten heißen die pflanzlichen Wände im Garten, auch „Lustgebüsch“ genannt.

Nach dem Umbau im Museum Schloss Herrenhausen informieren der Museumsdirektor Prof. Thomas Schwark und der leitende Kurator der Ausstellung Dr. Andreas Urban über die Exponate.

Die neue Ausstellung nimmt Bezug zur Eröffnungsausstellung vor zwei Jahren. Auch damals zeigte das Schlossmuseum Exponate aus der Geschichte der vier Herrenhäuser Gärten - Großer Garten, Berggarten, Georgengarten und Welfengarten. Die Ausstellungsstücke sind nahezu identisch: viele Karten und historische Fotos, zwei sehenswerte Modelle des Schlosses und des Barockgartens sowie etliche Preziosen. „Dennoch ist unsere neue Präsentation kein bloßer Aufguss der alten Ausstellung“, betont Prof. Thomas Schwark, Direktor des Museums. Verzichtet hat Schwark auf ein Begleitheft zur Ausstellung, wie es noch zur Eröffnung 2013 aufgelegt wurde. „Das hat sich nicht bewährt“, sagt er. Besucher hatten Probleme, die Ziffern neben den Exponaten den Erklärungen im Buch zuzuordnen. Auch auf die schmückende Rahmenkonstruktion, einer Pergola nachempfunden, hat der Museumsdirektor verzichtet. Die Lusthecken seien praktikabler, meint Schwark. „Zudem haben wir jetzt zusätzliche didaktische Angebote“.

Service

Die neue Ausstellung im Schlossmuseum ist ab Sonntag, 22. März, zu besichtigen. Dann gelten auch die Öffnungszeiten für die Sommersaison. Das Museum ist ab Sonntag jeden Tag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Wer schon immer mal Gartenarchitekt spielen wollte, der kann sich jetzt im Schlossmuseum austoben. Auf einem Bildschirm, der auf Berührungen reagiert, lässt sich der Welfengarten virtuell neu möblieren, etwa mit einem Biergarten, Sitzecken und einem Parkplatz. An einem anderen „Medientisch“ Können sich Besucher ihre eigene Gartenordnung zusammenstellen. Picknick lässt sich verbieten, das Grillen im Georgengarten, das Betreten des Rasens sowieso. Erlaubt werden kann das Blumenpflücken und das Blumenpflanzen. „Wir wollen Besucher dazu ermuntern, sich mit der Gegenwart der Gärten zu beschäftigen“, sagt Kurator Urban,

Lang ist es nicht her, dass Bürgern der Zutritt zu den königlichen Gärten noch verwehrt wurde, zumindest nicht in historischen Maßstäben. Erst ab 1866, als das Königreich Hannover Preußen unterlag, öffneten sich die Gartentore auch für Nicht-Adlige. Allerdings wurde die Anlage immer stärker vernachlässigt, denn die Welfen kümmerten sich nicht mehr um Herrenhausen. Nach dem Ersten Weltkrieg machten die Beete einen verwahrlosten Eindruck. Der öffentliche Druck wuchs, sodass sich die Welfen in den zwanziger Jahren entschlossen, die Gärten an die Stadt Hannover zu verpachten. Erst 1936 erwarb die Stadt einen großen Teil der Herrenhäuser Gärten für 750 000 Reichsmark. Die Kaufurkunde ist jetzt in der neuen Ausstellung zu sehen, zusammen mit Fotos der Übergabezeremonie. Die Bilder zeigen, wie nicht anders zu erwarten, etliche Uniformierte und wehende Hakenkreuzfahnen. „Dennoch haben die Nationalsozialisten den Kauf der Gärten nicht propagandistisch ausgeschlachtet“, sagt Jennifer Hoyer, die die Ausstellung mitkonzipiert hat. Das sei vermutlich auch dem damaligen Oberbürgermeister Arthur Menge zu verdanken.

Aus der Stadt Traifkonflikt im öffentlichen Dienst - Erzieher kündigen weitere Kita-Streiks an

FIn Hannover und dem Umland waren am Freitag 240 Kitas geschlossen, einen Notdienst gab es nicht. Eltern müssen sich ab April womöglich auch auf deutlich längere Streikphasen einstellen. Sollte die erste Tarifrunde am Montag scheitern, kündigt Verdi weitere Warnstreiks und auch eine Urabstimmung an.

Saskia Döhner 23.03.2015

Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Vereinen und der Friedrich-Ebert-Stiftung hat am Freitag am Kröpcke für die Gleichbezahlung von Frauen demonstriert. Die zwölf Bündnispartner nahmen den Equal Pay Day zum Anlass, eine aus Pappkartons errichtete Mauer einzureissen, auf die sie ihre Forderungen geschrieben hatten.

20.03.2015

Sie haben die Sonnenfinsternis verpasst oder wollen sich das Spektakel noch einmal in Ruhe ansehen? Dann haben wir etwas für Sie: Ein Zeitraffer-Video des Schauspiels – aufgenommen in Hannover.

20.03.2015