Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt „Hannover, eine Stadt der Freiheit“
Hannover Aus der Stadt „Hannover, eine Stadt der Freiheit“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:02 18.11.2015
Der französische Botschafter in Deutschland Philippe Etienne. Quelle: Christoph Schmidt
Anzeige
Hannover

Die Anteilnahme Deutschlands bedeutet uns sehr viel. Die Solidarität der Bevölkerung in vielen Städten quer durch Deutschland hat mich ganz besonders bewegt. Der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin, die Kabinettsmitglieder und viele Vertreter der deutschen Behörden haben sich alle schon am Sonnabend in das Kondolenzbuch eingetragen.

Die sorgfältige Organisation und die kaltblütige Durchführung der Angriffe vom letzten Freitag sind die Markenzeichen eines Kriegsakts, der so viele Menschen treffen sollte wie nur möglich. Es war ein Angriff auf die Jugend in all ihrer Vielfalt, auf die Musik, auf den Sport, auf unsere Lebensweise. Der Anschlag galt Freunden, die zusammen in Cafés einen geselligen Abend verbrachten. Es war ein Akt von absoluter Barbarei gegen das, was wir sind: ein freies Land. Meine Gedanken sind bei den Familien der zahlreichen Opfer.

Anzeige

Die Terroristen glauben, freie Völker würden sich vom Grauen beeindrucken lassen. Aber Frankreich ist stark und steht immer wieder auf. Die überwältigende Welle internationaler Solidarität steht für eine geschlossene Haltung. Staatspräsident Hollande hat betont, dass es den Terroristen niemals gelingen wird, uns davon abzuhalten, unser Leben so zu leben, wie wir es wollen: in vollen Zügen und in Freiheit.

Deshalb ist die gestrige Menschenkette der Hannoveranerinnen und Hannoveraner eine so wichtige Geste. Damit hat Hannover, eine Stadt der Freiheit, ein bedeutendes Zeichen gesetzt, für die Freiheit, für die Solidarität, die Menschlichkeit und das Leben. Im Namen Frankreichs danke ich der niedersächsischen Landeshauptstadt, der Landesregierung und den Einwohnern sehr herzlich.

In Frankreich trifft die Regierung jedwede Maßnahmen zum Schutz des Landes und der Menschen in Frankreich. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wir werden die Mittel der Sicherheitskräfte und der Justiz stärken. Die Gruppierungen, die Hass verbreiten oder zu Terrorakten anstiften, müssen aufgelöst werden, denn Frankreich will zusammenhalten.

Doch die Notwendigkeit, die sogenannte IS-Terrorgruppe, die wir Daisch nennen, zu bekämpfen, ist ein Anliegen der gesamten Staatengemeinschaft. Gestern hat die EU die Anwendung von Artikel 47.2 einstimmig befürwortet. Am Freitag findet eine Sitzung des Rates „Justiz und Inneres“ statt. Es ist wichtig, dass dort bedeutende Fortschritte erzielt werden. Wir wollen, dass Europa sich mit einer soliden und wirksamen Gesetzgebung bezüglich der Kontrolle von Feuerwaffen ausstattet. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen zudem ihren Informationsaustausch verstärken sowie systematische und koordinierte Kontrollen an den EU-Außengrenzen vornehmen. Nicht zuletzt ist die Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus eine Aufgabe, die auf internationaler Ebene gelöst werden muss.

Frankreich ist fest entschlossen, für unsere gemeinsamen Werte zu kämpfen. Dazu brauchen wir auch unsere Freunde und Partner. Wir wissen, dass wir auf unsere deutschen Partner und Freunde zählen können. Es sind unsere gemeinsamen Werte, die angegriffen wurden.

18.11.2015
21.11.2015
18.11.2015