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Aus der Stadt Gastfreundschaft und Improvisationsgeist in der Türkei
Hannover Aus der Stadt Gastfreundschaft und Improvisationsgeist in der Türkei
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17:52 13.05.2013
Die Allgäu-Orient-Rallye ist gekennzeichnet durch weitere Fahrzeugausfälle. Quelle: Stephan Moeller
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Iskenderun

Wohl kaum ein Fahrzeug übersteht diese Reise unbeschadet. Wir sehen einen VW Golf mit Überschlag im Graben, die Insassen wohl auf - Glück gehabt. Einmal mehr ist ein Renault Espace mit Getriebeschaden in der Türkei per Schenkungsurkunde abzugeben, dieses Procedere ist wichtig, da die Fahrzeuge an der Grenze zur Türkei in den Pässen der Fahrzeughalter eingetragen werden. Im Fall der Fälle sollte man das defekte Fahrzeug, bei dem die Reparatur nicht mehr lohnt, den türkischen Zollbehörden übergeben oder, wo das gerade nicht möglich ist, einer Person schenken und sich eine Schenkungsurkunde unterschreiben lassen, sonst fällt bei der Ausreise ohne Auto eine saftige Zollgebühr an.

Auf dem Sammelplatz in Iskenderun, wo wir nun weitere 24 Stunden campieren müssen, da sich die Verladung der Rallye Fahrzeuge auf die Fähre nach Israel abermals verschiebt, landen nach und nach die Teams mit ihren beschädigten, aber noch fahrbaren Untersätzen. Immer öfter haben wir unterwegs bereits Teams mit nur noch zwei Fahrzeugen gesehen, oftmals in einem Auto vier Personen, im anderen zwei.

Stephan Moeller und sein Team aus Hannover machen in der Türkei am Hafen Iskenderun eine Zwangspause: Sie warten bei der Allgäu-Orient-Rallye auf die Verladung der Fahrzeuge nach Haifa – und kommen sogar ins Fernsehen.

Hier auf den Parkplatz schleicht zu später Stunde ein Team mit 124er Mercedes T- Modellen, einer davon mit defekter Zylinderkopfdichtung. Es ist Sonntag, mehrere Werkstätten haben bereits abgewunken oder für Sonntagsarbeit 900 türkische Lira aufgerufen (ca. 400,- Euro, was eigentlich auch nicht zu viel ist). Dennoch, der Bürgerneister der Stadt bekommt davon Nachricht und schaltet sich ein. Er aktiviert die kommunale Werkstatt, die normalerweise die Busse der Stadt repariert. Sie führt die Reparatur zu Materialkosten durch. Dies betrachtet man als eine Frage der Ehre, Geld will man nicht haben. Und das alles über Nacht! Morgen früh zur Abfahrt auf die Fähre soll der Mercedes abholbereit sein. Das ist die Türkei, wie wir sie kennen gelernt haben. Überall hilfsbereite Menschen, Improvisationsgeist, Anpacken, Euphorie der Rallye gegenüber, Herzlichkeit.

Aber auch in Osteuropa wurden Dinge repariert, wo bei uns in Vertragswerkstätten „nur Teile getauscht werden". Bei einem Team mit 7er BMW's war ein Kühler defekt, und in Bulgarien hat man kurzer Hand die komplette Anschlussleiste nachgebaut. Ein Teil war abgebrochen, der Kühler selbst so schnell nicht zu bekommen. Auch wir hatten ja so ein Erlebnis auf dem ehemaligen „Autoputt“ in Serbien, wo in einer Werkstatt für unseren Cherokee das Abschlussstück für den Getriebeölkühler nachgebaut wurde. Es handelte sich um ein US-spezifisches Gewindemass, das so nicht zu bekommen war - verrückt, was in einfachen Werkstätten alles möglich ist.

Beim gemeinsamen Fototermin auf dem alten Continental-Gelände präsentierten sich die Teilnehmer der Rallye „Allgäu-Orient“. Der Sieger der dreieinhalbwöchigen Rallye, die am 27. April startet, gewinnt ein Kamel, welches traditionell an eine bedürftige Familie in Jordanien gespendet wird.

Mittlerweile scheint es kein Team mehr zu geben, in dem es keine Defekte gab. Auch das Schweizer Team mit den „gehörnten Geländewagen", mit denen wir uns auf der einen Off Road Etappe ein kleines Rennen geliefert haben, leckt ihre Wunden - und das obwohl Toyota Road Runner ja gemeinhin als unverwüstlich gelten.

Immer wieder hören wir neue, abenteuerliche Geschichten von gestrandeten Fahrzeugen und hilfsbereiten Türken, die die Rallye so gesehen am Laufen halten.

Stephan Moeller

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