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Aus der Stadt Gebäude der Frauenklinik wird verkauft
Hannover Aus der Stadt Gebäude der Frauenklinik wird verkauft
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22:22 26.08.2011
Mit dem Bau des Bettenhauses endet die Geschichte der Landesfrauenklinik. 1781 war sie als Entbindungsheim für obdachlose, unverheiratete Schwangere und Hebammenschule gegründet worden. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Das imposante Haus mit Tausenden Quadratmetern Nutzfläche könnte ein umgenutzter Wohn- und Arbeitsstandort von der Art werden, wie es in Hannover etwa das Henriettenviertel am Steuerndieb oder das Ahrbergviertel am Deisterkreisel geworden sind.

Großzügig-urbanes Wohnen und Arbeiten unter einem Dach, dazu etwas Gastronomie, Kinderbetreuung und Räume für Freizeitnutzungen – die integrierten Konzepte derartiger Wohnprojekte haben in Hannover in den vergangenen Jahren eine starke Nachfrage gefunden. Mit ihrer Lage an der Grenze der studentisch geprägten Nordstadt zum gartenreichen Herrenhausen könnte die Frauenklinik, ein großzügiger Bau mit langer Geschichte am Südrand des Nordstadt-Klinikums, durchaus als Kulisse für eine Fortsetzung derartiger Projekte dienen. Dirk Felsmann, Geschäftsführer der regionalen Projektentwicklungsgesellschaft HRG, bestätigte am Freitag, dass sein Unternehmen bereits Gespräche zur Nachnutzung geführt habe. Offenbar sind auch andere Unternehmen interessiert – derartige Immobilien sind rar gesät in Hannover. Die HRG entwickelt mit einem ähnlichen Konzept derzeit die alte Hautklinik in Linden.

Bis die Frauenklinik als neuer Wohnstandort genutzt werden kann, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Am Freitag feierte das Klinikum Grundsteinlegung für den Neubau eines neuen Bettenhauses. Erst wenn der Komplex Ende 2012 bezugsfertig ist, kann eine Umnutzung des Frauenklinik-Gebäudes erfolgen. Derzeit sind darin noch die Gynäkologie, die Hebammenschule, die alte Bibliothek und ein Aktenkeller mit teilweise wissenschaftlich noch nicht erschlossenen Akten und Exponaten untergebracht.

Klinikum Nordstadt wird modern

Das Klinikum Nordstadt mit seinen historischen Pavillonbauten wandelt sich zu einem Krankenhaus mit modernen Gebäuden in Kompaktbauweise unter einem Dach: Am Freitag wurde der Grundstein für ein neues, fünfgeschossiges Bettenhaus (Haus B) gelegt, das direkt mit dem im März 2009 eröffneten Zentralgebäude für Chirurgie und Geburtshilfe (Haus A) verbunden wird. 21 Millionen Euro investiert das Klinikum Region Hannover (KRH) in den Neubau, das Land Niedersachsen fördert das 40-Millionen-Euro-Bauvorhaben mit rund 19 Millionen Euro.

Das Klinikum Nordstadt, in dem jährlich 25.000 Patienten stationär und rund 50.000 ambulant behandelt werden, sei unverzichtbar für Hannover, sagte Boris Robbers, Referatsleiter für Krankenhäuser im niedersächsischen Sozialministerium bei der Grundsteinlegung. Regionspräsident Hauke Jagau dankte dem Land für die Unterstützung des „zwingend notwendigen Neubaus“, der den baulichen Standard zugunsten der Patienten und Beschäftigten grundlegend verbessere. Die Umstrukturierung bedeute für Patienten und Personal endlich kürzere Wege zu Diagnostik und Therapie, sagte Prof. Andreas Schwartz, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses. „Für uns ist das eine echte Umwälzung.“

In den oberen drei Etagen von Haus B, das die bauliche Ergänzung zu Haus A darstellt, werden die Stationen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Gynäkologie und onkologische Frauenheilkunde einschließlich des Brustzentrums mit insgesamt 120 Betten untergebracht. Im ersten Obergeschoss entstehen vier OP-Säle, im Untergeschoss werden die Endoskopie, die gynäkologische Ambulanz sowie eine weitere Station mit 20 Betten geschaffen.

Der Rohbau soll bereits im Frühjahr 2012 stehen, im September sollen die Stationen in den oberen Etagen bezugsfertig sein. Die komplette Inbetriebnahme ist für Ende 2012 geplant. Mit der Planung und Ausführung wurde das Lübecker Architektenbüro „tönies schroeter jansen“ beauftragt; den Rohbau, die Fassade, die Fenster und den Innenausbau der drei Bettengeschosse übernimmt als Generalunternehmer die Züblin AG.

Mit der Fertigstellung des Neubaus 2012 endet auch die mehr als 200-jährige Geschichte der einstigen Landesfrauenklinik, in der heute noch gynäkologische Abteilungen sowie das Brustzentrum untergebracht sind. Sie ziehen komplett um in den neuen Gebäudekomplex.

In den vergangenen 15 Jahren wurden auf dem Gelände des 1895 gegründeten Klinikums Nordstadt mit zurzeit 515 Betten mehrere Großbauten wie die Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, die Klinik für Neurochirurgie und Neurologie sowie das Zentralgebäude für Chirurgie und Geburtshilfe neu gebaut. KRH-Geschäftsführer Karsten Honsel kündigte für die nächsten Jahre weitere Neubauvorhaben auf dem Gelände an, „um dann alle weiteren Fachkliniken in einem zusammenhängenden modernen Gebäudeensemble zu vereinen“. Einige historische Pavillonbauten werden für die Krankenversorgung dann nicht mehr benötigt.

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