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Aus der Stadt Raser kämpft um seinen Führerschein
Hannover Aus der Stadt Raser kämpft um seinen Führerschein
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21:21 18.05.2014
Von Michael Zgoll
Der Audi-Fahrer habe sich einer „beharrlichen Pflichtverletzung“ schuldig gemacht, so die Richterin. Quelle: Symbolbild
Hannover

Seit die Stadt im vergangenen Sommer die Tempo-70-Schilder in der Vahrenwalder Straße zwischen Kanalbrücke und Langenhagen demontiert hat, müssen sich Autofahrer dort an Tempo 50 gewöhnen – und an gelegentliche Kontrollen. Ein 42-Jähriger, der mit 78 Stundenkilometern (nach Abzug der Messtoleranz) geblitzt worden war, hat sich nun verzweifelt gegen einen Bußgeldbescheid über 160 Euro, ein einmonatiges Fahrverbot und einen Punkteeintrag im Flensburger Verkehrszentralregister gewehrt. Doch Richterin Svenja Tittelbach-Helmrich zeigte wenig Mitgefühl.

Im Dezember 2013, an einem Sonntagabend um 23.50 Uhr, rauschte der Autofahrer stadtauswärts in Höhe des Finanzamts in eine Radarfalle. „Mir war nicht bewusst, dass man da nicht mehr 70 fahren darf“, argumentierte der Audi-Besitzer aus Langenhagen. Doch Amtsrichterin Tittelbach-Helmrich signalisierte dem forschen Fahrer, dass er sogar noch glimpflich davongekommen sei.

„Auf mir bekannten Strecken gucke ich auch nicht auf jedes Verkehrsschild“

Die Stadt hatte die Temporeduzierung auf der Ausfallstraße verfügt, um den Verkehrsfluss zwischen Vahrenwald und Stadtgrenze zu verbessern. Anwalt Claus Roggemann bat um Verständnis für seinen Mandanten: Auch er selbst habe bis zu diesem Verfahren nicht gewusst, dass die Tempo-70-Schilder nicht mehr am Straßenrand stehen. „Es gibt Automatismen beim Autofahren“, meinte der Anwalt und gestand: „Auf mir bekannten Strecken gucke ich auch nicht auf jedes Verkehrsschild.“ Zudem sei das Fahren in der Vahrenwalder Straße ja nun nicht gefährlicher als früher. Das Fazit: Sein Klient habe „nur ganz wenig fahrlässig“ gehandelt.

Die Richterin gab zu, sich ebenfalls über die Temporeduzierung „gewundert und geärgert“ zu haben: „Aber ich achte trotzdem auf Verkehrszeichen.“ Dann aber wurde klar, warum der Schnellfahrer mit albanischen Wurzeln so verbissen gegen seinen Bußgeldbescheid angeht.

Acht Einträge sind seit 2009 unter seinem Namen in Flensburg verbucht, davon drei wegen Telefonierens am Steuer und fünf wegen rasanten Fahrens. Bis zu 45 Stundenkilometer schneller, als die Polizei erlaubt, war der Langenhagener schon unterwegs. Das kostete ihn bereits 870 Euro, bescherte ihm dreimal einen Monat Fahrverbot und eine erkleckliche Punktezahl in der Verkehrssünderdatei. Mit dem jüngsten Bußgeldbescheid waren – nach alter Rechnung – weitere drei Punkte fällig, damit hatte er die Grenze zum Entzug der Fahrerlaubnis überschritten.

Neben Geldstrafe jetzt auch Gerichtskosten

Dass der Mann für seine Jobs in Wettbüros in der City sowie in Hameln ein Auto braucht, interessierte die Richterin wenig: Es gebe gute Anbindungen mit Stadt- und S-Bahn. Der Audi-Fahrer habe sich einer „beharrlichen Pflichtverletzung“ schuldig gemacht. Dankbar könne er sein, dass das Gericht seine Raserei nur als Fahrlässigkeit werte – bei Vorsatz wären weitere 100 Euro fällig.

Teuer wird es für den 42-Jährigen trotzdem. Er muss nun außer der Geldstrafe noch die Anwalts- und Gerichtskosten schultern. Und die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis – die sicherlich mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung verknüpft sein wird – ist auch nicht gerade billig.

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