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Aus der Stadt Gedenktag für Hannovers Drogentote abgehalten
Hannover Aus der Stadt Gedenktag für Hannovers Drogentote abgehalten
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00:17 24.07.2017
Am Kröpcke wurde Hannovers Suchttoter gedacht. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 „Die Holzstücke werden seit Jahren von Freunden und Verwandten beschriftet oder bemalt“, erläutert Frank Woike, Drogenbeauftragter der Stadt Hannover. Im vergangenen Jahr gab es in der Region zehn Drogentote, 2017 sind es bereits sechs.

Am Kröpcke wurde Hannovers Suchttoter gedacht. 

Unter den Teilnehmern des Gedenktags ist auch Edda Ferch. Die 62-Jährige beschriftet ein Holzstück und gedenkt damit ihres langjährigen Freundes Kalle. Er hatte Aids und starb im Mai an einer schweren Lungenkrankheit. „Aber das Schlimmste ist, dass ich nicht weiß, wo er beerdigt wurde“, sagt Ferch. Sie würde so gerne sein Grab besuchen. „Aber er hatte keine Verwandten und mir sagt deshalb niemand etwas.“

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Die Stadt Hannover investiert laut Bürgermeisterin Regine Kramarek jährlich eine Million Euro in Beratungs- und Präventionsarbeit. „In der Stadt gibt es ein enges und gut vernetztes Beratungssystem.“ Dies werde sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern. Im September starte zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein neues Hilfsprojekt. „Für die Stadt gilt das Prinzip, neue Wege und Unterstützungen auszuprobieren, ohne die alten zu vernachlässigen“, sagte Kramarek.

Ilona Rowek vom Verein Junkies, Ehemalige, Substituierte (JES) fand beim Gedenktag auch kritische Worte und nannte die Drogenpolitik des Bundes verfehlt - vor allem bei den Konsumenten. „Der hohe Strafverfolgungsdruck zwingt die Menschen in die Illegalität“, sagte sie. 3 Milliarden Euro investiere der Bund in die Strafverfolgung, „dreimal so viel wie für Hilfe und Prävention“. Diese Politik müsse sich ändern.

pah

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