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Aus der Stadt 96-Ultra für Schlag auf Schläfe verurteilt
Hannover Aus der Stadt 96-Ultra für Schlag auf Schläfe verurteilt
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07:25 19.09.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa
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Hannover

Ausschreitungen bei Fußballspielen gehören inzwischen zum Alltag in allen Ligen und Klassen. Nicht so häufig passiert es, dass Jugendliche dabei derart gewalttätig in Erscheinung treten, dass sie vor Gericht landen und eine Freiheitsstrafe kassieren. Ein zur Tatzeit 16-jähriger 96-Ultra ist jetzt vom Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem einwöchigen Dauerarrest und zur Teilnahme an einem dreimonatigen sozialen Trainingskurs verurteilt worden. Er hatte im April beim Zweitligaspiel von Hannover 96 gegen Union Berlin einem Besucher völlig grundlos halb von hinten mit voller Wucht auf die Schläfe geschlagen.

Ein Polizeibeamter hatte die Tat direkt beobachtet. Ihm war der 16-Jährige an jenem Nachmittag schon länger durch sein aggressives Verhalten aufgefallen. Nach dem unvermittelten Schlag sei das Opfer ins Taumeln geraten, kurz zusammengesackt, dann aber weitergegangen. Der in Hannover lebende Täter flüchtete in eine Stadtbahnstation und versuchte sich in einer Bahn zu verstecken; allerdings hatte sich der Polizist an seine Fersen geheftet und konnte den Jugendlichen schließlich festnehmen.

Nach Auffassung von Jugendrichter Jens Buck war der ansatzlose Schlag gegen die Schläfe des Opfers eine potenziell lebensbedrohliche Aktion. Darum müsse der Jugendliche eine spürbare Strafe bekommen. Bedenklich sei, dass der Täter sehr enge Kontakte zur Ultra-Szene von 96 pflege. Der dreimonatige soziale Trainingskurs solle ihm helfen, „nicht gewaltgeneigte Freizeitgestaltungsmöglichkeiten“ für sich zu entdecken. Weil Jugendstaatsanwalt und Angeklagter erklärten, keine Berufung einlegen zu wollen, ist das Urteil rechtskräftig.     

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