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Aus der Stadt Kein Platz für Zentrum der Weltreligionen
Hannover Aus der Stadt Kein Platz für Zentrum der Weltreligionen
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08:04 25.11.2014
Von Simon Benne
Entwidmet: Die Uhlhornkirche in Linden. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Hannover

Noch immer wirkt es imposant, das verwaiste Gotteshaus: Vor zwei Jahren wurde die Lindener Uhlhornkirche mit einem letzten Gottesdienst entwidmet. Seither steht sie leer. Der Verkauf ist längst beschlossene Sache, doch er zieht sich hin – dabei hat sich bei der Gemeinde schon vor Monaten ein solventer Kaufinteressent gemeldet: „Ich will dort ein wissenschaftliches Institut der drei monotheistischen Weltreligionen einrichten“, sagt der hannoversche Geschäftsmann Abraham David Grojnowski. Eine „mittlere sechsstellige Summe“ habe er der Gemeinde für das Gebäude geboten. „Doch sie haben mich nicht einmal angehört“, sagt er empört.

Der Unternehmer will die Uhlhornkirche künftig für Vorträge, Diskussionen und internationale Symposien nutzen, die sich mit den abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – beschäftigen. Er habe bereits Kontakte zu einem Rabbiner, einem Ajatollah und zu christlichen Experten geknüpft, die dort gemeinsam arbeiten sollten.

Grojnowski, selbst in Linden aufgewachsen, will das markante Äußere der Kirche dabei erhalten: „Das Gebäude gehört in dem Stadtteil einfach dazu“, sagt er. Umso mehr ärgert es ihn, dass er in der Kirchengemeinde auf taube Ohren zu stoßen scheint: „Mein Architekt hat nicht einmal Gelegenheit bekommen, das Gebäude zu betreten.“

Superintendent Thomas Höflich, kirchenintern für Gebäudemanagement zuständig, bestätigt Grojnowskis Interesse: „Wir haben verschiedene Angebote sorgfältig geprüft – und dieses hat nach einer sorgfältigen Abwägung nicht den Zuschlag bekommen“, sagt er. Unter anderem habe es auch Pläne gegeben, das Gebäude als Kinderzirkus oder als Kletterkirche zu nutzen. Als Grojnowskis Offerte einging, habe die Gemeinde jedoch ein anderes Projekt favorisiert: Hier sollte ein integratives Wohnprojekt für Behinderte entstehen.

In der evangelischen Kirche herrscht weitgehend Einigkeit, dass in früheren Kirchen keine Moscheen einziehen sollen. Das habe bei der Ablehnung des Instituts der Weltreligionen jedoch keine Rolle gespielt, versichert Höflich. Allerdings klingen Grojnowskis Pläne wie ein Konkurrenzprojekt zu einer interreligiösen Einrichtung, in der sich der Stadtkirchenverband selbst seit Langem engagiert – dem angesehenen „Haus der Religionen“ in der ebenfalls entwidmeten Athanasiuskirche. „Eine hervorragende Einrichtung – dort sind über Jahre vertrauensvolle Kontakte zwischen den Religionsvertretern gewachsen“, sagt Höflich, wenn man ihn danach fragt.

Die Zukunft der Uhlhornkirche ist unterdessen weiter unklar: Da diese inzwischen unter Denkmalschutz steht, hat sich der Umbau in Behindertenwohnungen zerschlagen. Die Chancen des Instituts der Weltreligionen sind dadurch jedoch nicht gestiegen: „Wir sind derzeit in Gesprächen mit einem anderen Investor, den die Gemeinde favorisiert“, sagt Pastorin Dorothee Blaffert. „Wir hoffen, dass noch 2014 eine Entscheidung fällt.“

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