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Aus der Stadt Gemeinsames Gebet in der Marktkirche
Hannover Aus der Stadt Gemeinsames Gebet in der Marktkirche
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21:41 15.11.2015
Von Andreas Schinkel
Gemeinsam: Vertreter mehrerer Religionen beten Sonntag in der Marktkirche. Quelle: Behrens
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Hannover

Die Kirche ist bis auf wenige Plätze voll besetzt. Gekommen sind Hunderte, darunter Altkanzler Gerhard Schröder, die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Doris Schröder-Köpf, SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und Oberbürgermeister Stefan Schostok. „Hannover sendet ein Signal nach Paris“, sagt Propst Martin Tenge. Das Innehalten sei jetzt wichtig, um eine Perspektive zu entwickeln. In einer leidenschaftlichen Rede verurteilt Hamideh Mohagheghi, Muslima und Sprecherin des hannoverschen Rates der Religionen, den Pariser Anschlag. „Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie gilt es zu verteidigen“, sagt sie. Im Gespräch mit der HAZ betont sie, dass Muslime und Christen in Hannover vertrauensvoll miteinander umgingen – und das werde auch so bleiben. Avni Altiner vom muslimischen Dachverband Schura ist voller Sorge: „Ich befürchte negative Folgen für Muslime.“ Der Terror von Paris kippe Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremen. „Terror hat keine Religion“, sagt er. Zuvor hatte in Hamburg bereits die Konferenz Islamischer Landesverbände (KILV) gefordert, sich über Nationen und Religionen hinweg gemeinsam gegen Terrorismus zu stellen.

Am Sonntagabend wurde bei einem multireligiösen Gottesdienst in der Marktkirche an die Opfer der Anschläge in Paris gedacht.

Auch die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag stehen an diesem Sonntag im Zeichen der Terroranschläge. „Ich habe meine Rede kurzfristig umgearbeitet“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau, der beim Trauergottesdienst am Nachmittag die Gedenkrede hält. Kern seiner Ansprache ist die Sorge, dass den syrischen Flüchtlingen nun Misstrauen oder gar Hass entgegenschlägt. „Die Menschen sind vor den IS-Terroristen in ihrem Land geflohen. Wir dürfen ihnen nicht unterstellen, sie seien Verbündete der Terroristen“, betont Jagau.  

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Bürgermeister Thomas Hermann wird am Rande der Veranstaltung noch deutlicher. „Wir dürfen nicht mit Abschreckung reagieren, sondern müssen unsere Integrationsbemühungen intensivieren“, sagt er. Die ganze Stadt sei gefordert, den Schutz der Flüchtlinge in Hannover zu garantieren.

Auch Karl-Heinz Mönkemeyer, Bezirksvorsitzender des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge, kommt in seiner Rede zum Volkstrauertag auf die Anschläge zu sprechen. „Der Frieden ist zerbrechlicher, als wir lange geglaubt haben“, sagt er. Die Folgen der Kriege in der gesamten Welt seien jetzt auch bei uns angekommen – in Form des Flüchtlingsstroms. Musikalischer Höhepunkt der Gedenkstunde ist der Auftritt des Flüchtlingschors Hannover. Anschließend legt die Trauergemeinde zunächst einen Kranz am Mahnmal für die ermordeten Juden Hannovers auf dem Opernplatz ab. Danach gibt es eine kurze Andacht in der Ruine der Aegidienkirche.

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