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Aus der Stadt Frau mit paranoider Schizophrenie tritt Kind
Hannover Aus der Stadt Frau mit paranoider Schizophrenie tritt Kind
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21:33 16.12.2016
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Eine 36-jährige Frau hat im Sommer 2014 völlig willkürlich wildfremde Kinder und Erwachsene angegriffen und diese teilweise erheblich verletzt. Vor fünf Monaten ordnete die 12. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover ihre Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, weil sie aufgrund einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig ist. Gegen dieses Urteil hatte ihr Verteidiger Revision eingelegt - und ist nun gescheitert. Der Bundesgerichtshof hat den Berufungsantrag verworfen.

Die Frau befand sich bis zum Frühjahr 2014 wegen ihrer geistig-seelischen Erkrankung und des Konsums verschiedener Drogen bereits mehrere Jahre in psychiatrischer Behandlung. Ab Mai 2014 nahm sie ihre Medikamente nicht mehr ein und verließ schließlich ihr Zimmer in einem Pflegeheim. Kurz darauf fiel die Patientin mit mehreren gewalttätigen Aktionen auf.

In einer S-Bahn trat sie Anfang Juni 2014 einen zweijährigen Jungen mit solcher Wucht gegen Beine und Gesäß, sodass dieser - ohne sich zu verletzen - gegen eine gegenüberliegende Sitzgruppe flog. Im Juli griff sie im Hauptbahnhof Hannover unvermittelt zwei Fahrgäste an und schlug ihnen ins Gesicht. In einem Regionalexpress schlug sie Ende Juli völlig grundlos mit der Faust auf eine neben ihr sitzende Frau ein, die daraufhin stark aus Mund und Nase blutete. Und schließlich warf die unter Wahnvorstellungen leidende Frau der Mitbewohnerin einer hannoverschen Notunterkunft im August 2014 eine Tür in den Rücken und schleuderte die Bewohnerin den Flur entlang.

Das Landgericht hatte geurteilt, dass bei der 36-Jährigen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie weiterhin Straftaten begeht. Aufgrund ihrer anhaltenden Gefährlichkeit für die Allgemeinheit sei ihre Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik deshalb unumgänglich. Erschwerend komme hinzu, dass die Frau weder einsichtig sei noch Bereitschaft zeige, sich behandeln zu lassen.

Jutta Rinas 16.12.2016