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Aus der Stadt Gericht bestätigt Wettverbot auf Tore und Restspielzeit
Hannover Aus der Stadt Gericht bestätigt Wettverbot auf Tore und Restspielzeit
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20:55 07.05.2018
45 Wettbüros betreibt Norman Albers bundesweit – 35 allein in Niedersachsen. (Archivbild)
45 Wettbüros betreibt Norman Albers bundesweit – 35 allein in Niedersachsen. (Archivbild) Quelle: Behrens 
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Hannover

 Das Verwaltungsgericht Hannover hat das Wettverbot auf laufende Sportereignisse bestätigt. Wetten auf das nächste Tor und Restzeitwetten bei denen nur die Tore zählen, die kurz vor Spielende fallen, seien unzulässig. So entschied das Gericht am Freitag und bestätigte damit das Verbot sogenannter Live- und Ereigniswetten. (Az: 10 A 2033/16, 10 A 4036/17, 10 A 265/18)

Einzige Ausnahme stellen dabei Wetten auf das Endergebnis. „Ein Tor ist etwas anderes als ein Endergebnis“, sagte der Richter und verwies auf den Wortlaut des Gesetzes. Das Prinzip greife dann auch bei Wetten auf Torschützen, so die Begründung.

10.000 Euro Strafe abgewendet

Der hannoversche Buchmacher Norman Albers, der bundesweit Wettbüros betreibt, hatte gegen zwei Untersagungsverfügungen und Zwangsgeldbescheide des Niedersächsischen Innenministeriums geklagt. Dieses hatte ein Strafgeld von je 10.000 Euro verhängt.  

Er fürchte sich vor der Insolvenz, wenn die Kunden auf Anbieter im Netz wechselten, sagte Albers. Diese würden weiterhin mit solchen Live-Wetten locken. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Es gibt keinen Schutz für die nationalen Anbieter“, so Albers. In Niedersachsen werde nicht flächendeckend kontrolliert und die Online-Konkurrenz „kann machen was sie will“.

Strenge Gesetze in Niedersachsen

Gegen das Urteil werde er Berufung einlegen und zur Not auch bis vor das Bundesvewaltungsgericht (BVG) ziehen. Auch, wenn das Strafgeld durch eine Anpassung seines Wettangebots erst einmal abgewendet wäre. Es gehe ums Prinzip. „Das will nicht in meinen Kopf, warum ich nicht darauf wetten darf, das der Füllkrug das nächste Tor macht!“, sagte Albers. Nur in Niedersachsen seien die Gesetze so streng. In einigen anderen Bundesländern – darunter Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Sachsen – hätten die Behörden „keine Bedenken“. 

Bei der Verhandlung am Freitag ging es auch um die Frage, ob Sportwetten in einem Gebäude angeboten werden können, in dem sich auch eine Spielhalle oder Spielbank befindet. Albes Wettbüro Am Marstall musste schließen, da eine Spielothek in unmittelbarer Nähe einzog. Auch die Verlagerung der Eingangstür änderte nichts am Urteil des Richters: Nach dem Trennungsgebot des Glücksspielstaatsvertrages sei eine solche Nähe, trotz Umbaumaßnahmen, unzulässig. 

Von Andrea Brack Peña