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Aus der Stadt Gericht entscheidet über Demo-Verbot
Hannover Aus der Stadt Gericht entscheidet über Demo-Verbot
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00:28 15.11.2014
Bei der Hooligan-Demo in Köln kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Behörden in Niedersachsen befürchten ein ähnliches Szenario, sollten Hooligans auch in Hannover demonstrieren.
Bei der Hooligan-Demo in Köln kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Behörden in Niedersachsen befürchten ein ähnliches Szenario, sollten Hooligans auch in Hannover demonstrieren. Quelle: dpa
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Hannover

Gegen die für Sonnabend geplante Demo von mehreren Tausend Hooligans formiert sich breiter Protest. Gewerkschaften, Parteien und Kirchen haben sich wieder zum Bündnis „bunt statt braun“ zusammengeschlossen. Sie wollen am Sonnabend ab 11 Uhr auf dem neuen Platz an der Goseriede demonstrieren. Auch alle Fraktionen des niedersächsischen Landtags haben sich dem Aufruf angeschlossen. „Wir rechnen mit 2000 bis 2500 Teilnehmern“, sagt Hannovers DGB-Chef Reiner Eifler. Bei der Kundgebung soll es Reden von Oberbürgermeister Stefan Schostok, Stadt­superintendent Hans-Martin Heinemann und Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine geben. „Hier ist kein Platz für ausländerfeindliche Parolen und Gewalt gegen Andersdenkende“, sagt Schostok und erinnert an das breite Bündnis gegen eine Neonazi-Demonstration vor fünf Jahren. Darüber hinaus werden auch Avni Altiner vom Landesverband der Muslime und Marina Jalowaja vom Verband der jüdischen Gemeinden zu den Teilnehmern der Versammlung sprechen.

Bereits um 10 Uhr soll eine weitere größere Protestaktion gegen das Hooligantreffen auf dem Steintorplatz beginnen. Zu dieser Veranstaltung haben insbesondere die Jugendorganisationen verschiedener Parteien und diverse linke Gruppierungen aufgerufen. Sie rechnen mit 1700 Gegendemonstranten.

Das Verwaltungsgericht Hannover will heute darüber entscheiden, ob die HoGeSa-Demo („Hooligans Gegen Salafisten“) verboten bleibt. Die Polizei hatte am Montag die Versammlung untersagt, zu der nach Schätzungen der Behörde rund 5000 zum Teil gewaltbereite, zum Teil rechtsradikale Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet werden. Gegen das Demo-Verbot hatte der Anmelder per Eilantrag Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Hannovers Polizeipräsident Volker ­Kluwe erwartet weiterhin, dass das von ihm ausgesprochene Verbot vor Gericht Bestand haben wird. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass hier gewalttätige Auseinandersetzungen gesucht werden“, sagte der Behördenleiter.

Nach Erkenntnissen der Polizei werden verstärkt im rechten Spektrum Teilnehmer für die HoGeSa-Demo mobilisiert. Die Ratsfraktion „Hannoveraner“ hatte auf ihrer Internetseite ebenfalls zur Teilnahme an der Hooligan-Veranstaltung aufgerufen. Erst nachdem die Grünen Strafanzeige wegen des Aufrufs zum Besuch einer verbotenen Versammlung erstattet hatten, wurde der Hinweis von der Seite entfernt.

In Köln sind tausende selbsternannte "Hooligans" auf die Straße gegangen um gegen Salafisten zu demonstrieren. Sie lieferten sich handfeste Auseinandersetzungen mit der Polizei.

tm

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