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Aus der Stadt Vergewaltiger drohte Opfer mit Erhängen
Hannover Aus der Stadt Vergewaltiger drohte Opfer mit Erhängen
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07:00 05.08.2017
Von Michael Zgoll
Georgi N. (2. v. r.) wird in den Verhandlungssaal geführt, rechts sein Verteidiger Philipp Kaiser. Quelle: Villegas
Hannover

Die Opfer von Georgi N. waren eine 28-jährige Bulgarin, die in Hannover als Prostituierte arbeitet, sowie eine ebenfalls aus dem osteuropäischen Land stammende 24-Jährige, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Deutschland gelockt und hier unter Zwang fünfeinhalb Monate auf den Strich geschickt wurde.
Der von Sicherungsverwahrung bedrohte Täter gestand die Taten ein. Nach einem Verständigungsgespräch mit Staatsanwalt und Verteidiger stellte ihm die 12. Große Strafkammer unter Vorsitz von Michael Schweigert eine Strafe zwischen sechs und sechseinhalb Jahren Gefängnis in Aussicht.

Todesdrohung auf dem Friedhof

Das 28-jährige Opfer durchlitt Anfang Februar dieses Jahres einen Albtraum in mehreren Akten. An einem Sonntag gegen 17.30 Uhr zerrte Georgi N. seine frühere Lebensgefährtin in Hainholz aus einem Taxi. Er schlug auf sie ein, bedrohte sie mit einem Messer und raubte ihr Ausweispapiere sowie 1479 Euro Bargeld. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Spielhalle führte der Mann sein Opfer auf den Friedhof Vinnhorst. Dort zwang er die 28-Jährige, auf einen Baum zu klettern, legte ihr ein Stromkabel um den Hals, das er von einem Glätteisen abgerissen hatte, und drohte sie umzubringen. Diese Drohung setzte er zwar nicht in die Tat um, fuhr jedoch mit der völlig verängstigten Frau in ein Stundenhotel im Steintorviertel, wo er sie bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages mehrfach vergewaltigte. Als die verletzte Frau fliehen konnte, stellte sich G. in ein Fenster, warf Geldscheine auf die Straße und drohte, sich hinunterzustürzen – doch davon konnte ihn die Polizei abbringen.

Die zweite Tat spielte sich zwischen Oktober 2015 und Mai 2016 ab. Dabei vergewaltigte N. eine junge Bulgarin, die Menschenhändler nach Deutschland gelockt hatten, in einer Wohnung in Limmer. Besonders irritierend an diesem Verbrechen ist, dass es in der Wohnung der Frau stattfand, die 2017 selbst von N. missbraucht wurde und die 2015 noch seine Freundin war. Wie es am Rande der Verhandlung hieß, soll die 28-Jährige ihren Partner womöglich zu der Vergewaltigung animiert haben – offenbar, um die verschleppte Bulgarin gefügig zu machen.

Bodybuilder-Figur, extrem kurze Haare und üppig tätowiert: So saß Georgi N. auf der Anklagebank. Er selbst sagte nichts zu den Anklagevorwürfen, dafür kündigte sein Verteidiger Philipp Kaiser für den nächsten Verhandlungstag ein detailliertes Geständnis an.

Sechs Jahre Haft denkbar

Laut Anwältin Martina Zerling-Andersen, die die 28-jährige Prostituierte aus Hannover als Nebenklägerin vertritt, könne ihre Mandantin mit einer Verurteilung ihres Peinigers zu sechs Jahren Haft leben. „Auch wenn sie auf dem Friedhof mit dem Leben abgeschlossen hatte, hat sie ihrem Ex-Freund inzwischen ein Stück weit verziehen.“ Das andere Opfer, die 24-jährige Frau, lebt derweil wieder in Bulgarien. Sie soll nächste Woche als Zeugin aussagen. „Meiner Mandantin würde es sehr helfen“, so ihre Anwältin Eva Bäumler, „wenn der Täter ihr eine Entschädigung zahlen würde.“ Realistisch seien ihrer Ansicht nach 1500 Euro.

Im Laufe des Prozesses wird sich ein Gutachter auch zu der Frage äußern, ob der Angeklagte bei den beiden Taten voll schuldfähig war: N. soll Konsument harter Drogen sein. Das wichtigste Ziel des brutalen Vergewaltigers dürfte sein, eine Sicherungsverwahrung von unbestimmter Dauer abzuwenden.     

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