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Aus der Stadt Gutachter sagen im Kannibalen-Prozess aus
Hannover Aus der Stadt Gutachter sagen im Kannibalen-Prozess aus
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12:21 02.03.2015
Der 57-Jährige Angeklagte bestreitet die Tötung.
Der 57-Jährige Angeklagte bestreitet die Tötung. Quelle: dpa
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Dresden

Im Mordprozess gegen einen Kriminalkommissar, der einen 59-jährigen Geschäftsmann getötet und zerstückelt haben soll, hat der Angeklagte erstmals selbst vor Gericht Stellung zu den Vorwürfen bezogen. "Ich bin nicht unfehlbar und habe meine Schwächen, aber ich bin und werde kein Mörder sein", erklärte der 57-Jährige am Montag im Landgericht Dresden. Bereits zuvor hatte er die Tötung bestritten und über seinen Anwalt ausrichten lassen, dass sich das Opfer selbst stranguliert habe.

Am Montag berichtete er von bisher unbekannten Details. Demnach habe der 59-jährige Geschäftsmann eine umgedrehte Schüssel sowie ein Brett für seine Selbsttötung mit einem Seil benutzt und hätte die Möglichkeit gehabt, "das Ganze abzubrechen."

Ebenfalls an diesem Montag will das Gericht zwei psychiatrische Gutachter anhören. Unklar ist allerdings, ob die Öffentlichkeit während der Befragung ausgeschlossen wird.

Mit dem Anhören der Gutachter könnte die Beweisaufnahme womöglich geschlossen werden, sagte ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Eventuell könnten Mitte der Woche die Plädoyers der Staatsanwaltschaft, der Nebenklage-Vertreter und der Verteidiger gehalten werden.

Der Prozess wegen Mordes zur Befriedigung des Geschlechtstriebs und Störung der Totenruhe läuft seit dem 22. August 2014.

Vergraben auf einem Grundstück im Erzgebirge finden Ermittler zahlreiche Leichenteile. Ein Polizist gesteht, einen anderen Mann getötet und zerstückelt zu haben – weil der das so wollte.

Der Beamte, der als Schriftgutachter beim Landeskriminalamt arbeitete, soll das Opfer aus Hannover getötet, die Leiche zerstückelt und im Garten seiner Pension im Gimmlitztal (Osterzgebirge) vergraben haben.

dpa

05.03.2015
Bernd Haase 04.03.2015