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Aus der Stadt Geschichten gegen Kinderarmut
Hannover Aus der Stadt Geschichten gegen Kinderarmut
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17:41 18.10.2017
Von Susanna Bauch
Gut aufgelegt: Stefan Heinze vom Diakonischen Werk, Autor Martin Raguse und Illustratorin Dorit David. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der Erlös kam in den ersten Jahren komplett der Nordstädter Kindertafel zugute, mittlerweile werden in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk noch zahlreiche weitere Projekte gegen Kinderarmut von dem Geld unterstützt. Dazu zählen geförderte Mittagstische sowie Hausaufgabenhilfe oder Sprachförderung, „aber auch Einzelfallhilfen“, wie Stefan Heinze von der Diakonie betont. Gerade zu Schulbeginn gebe es viele Kinder, die Geld für Materialien oder Bücher benötigten.

Die Idee zu der Weihnachtsgeschichte hatte Autor und Kinderarzt Raguse, als die eigenen Kinder klein waren und sich in der Vorweihnachtszeit alles nur um Geschenke drehte. „Trubel und Konsum haben mich genervt“, erzählt der 58-Jährige. Daher hat er seinen Kindern täglich ein Kapitel einer spontan erdachten Weihnachtsgeschichte in den Adventskalender gepackt. Später hat er diese überarbeitet und ein Buch daraus gemacht. „Einen Verlag habe ich nicht gefunden, da habe ich es selbst gemacht“, sagte Raguse.

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Raguse erzählt im Buch „Die Wichtelmütze ...“ von den Kindern Alfred und Anna, die am ersten Dezembertag nichts in ihren Adventskalendern finden. Und sie finden auch nichts an den folgenden traurigen Tagen. Plötzlich merkt Anna, dass alle anderen hannoverschen Kinder keine Geschenke bekommen - etwas musste passiert sein. War es auch: Ein Wichtel hat seine Mütze verloren und kann sich nicht mehr unsichtbar machen. Schlimmer noch, der Weihnachtsmann lässt mitteilen, dass er keine Lust auf Weihnachten hat. Die Kinder seien undankbar, Weihnachten nerve. Doch es gibt Hoffnung: Anna nimmt sich der Sache an.

Unterstützt wird der Kinderarzt seit der ersten Auflage von Illustratorin Dorit David. Ihre Kinder waren damals Patienten von Raguse, und da sie selbst kleine Bilderbücher zeichnete, bat sie darum, diese in der Praxis auslegen zu dürfen. „So ist eine tolle Zusammenarbeit entstanden“, betont Raguse. „Und ich habe einen Sommer lang Weihnachtsbilder gemalt“, ergänzt David. Sie trennt sich in diesem Jahr erstmalig von einigen ihrer Illustrationen, ab Freitag werden Anna und die kleinen Wichtel im Kleinformat bei Edelmut in der Friesenstraße verkauft - die Hälfte des Erlöse kommt den Hilfsprojekten für benachteiligte Kinder zugute. Vernissage und Lesung mit Raguse beginnen am 20. Oktober um 16 Uhr in der Friesenstraße 57.

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