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Aus der Stadt Geschichtslehrer fürchten um ihr Fach
Hannover Aus der Stadt Geschichtslehrer fürchten um ihr Fach
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00:25 16.11.2014
Von Saskia Döhner
Geschichtsunterricht in der Oberstufe. Quelle: Kleinschmidt (Archiv)
Hannover

Doch dies sei bei jungen Geschichtslehrern in Niedersachsen jetzt zunehmend der Fall, kritisiert Johannes Heinßen, Vorsitzender des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes. Für den Geschichtsunterricht am Gymnasium ausgebildete Lehrer würden jetzt verstärkt an Integrierten Gesamtschulen (IGS) eingestellt und müssten dort das Fach „Gesellschaftslehre“ übernehmen, berichtet Heinßen, selbst Pädagoge am Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade, zum Auftakt der diesjährigen Jahrestagung der Geschichtslehrer im Leibnizhaus in Hannover vor rund 140 Teilnehmern. Die meisten Zuhörer sind Pädagogen an Gymnasien, vereinzelt sind auch Gesamtschullehrer darunter.

Gesellschaftslehre“ an der IGS umfasst auch Erdkunde und Politik. „Das heißt also, Geschichtslehrer an Gesamtschulen unterrichten zu zwei Dritteln fachfremde Themen.“ Heinßen sorgt sich um die Zukunft des Fachs Geschichte und die seiner Zunft. Schließlich gibt es immer mehr Gesamtschulen – mittlerweile sind es landesweit 116 im Vergleich zu knapp 300 Gymnasien. Und da die neuen Integrierten Gesamtschulen von Jahr zu Jahr wachsen und in der Regel vier Klassen pro Jahrgang umfassen, werden vor allem hier neue Lehrer benötigt, während Gymnasien mit Lehrerstellen meist recht gut versorgt sind. Durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von 23,5 auf 24,5 Wochenstunden in diesem Schuljahr hatten viele Gymnasien plötzlich zu viele Lehrer und mussten Kollegen an andere Schulen abordnen.

Die Geschichtslehrer betrachten das geplante, neue Schulgesetz der rot-grünen Landesregierung mit Vorsicht. „Man muss sehen, was die rechtliche Aufwertung der Gesamtschulen, die künftig andere Schulformen verdrängen können, letztlich für die Gymnasien bedeutet. Allerdings haben die Gymnasien als beliebteste Schulform im Land schon eine sehr starke Ausgangsposition“, sagt Heinßen.

Mit den Prüfungen beim Zentralabitur hatten die Geschichtslehrer in diesem Jahr im Gegensatz zu früher keine Probleme: „Das ist alles glatt gelaufen“, fasst der Verbandsvorsitzende zusammen. Wie aber die Rückkehr zu dem Abitur nach 13 Jahren am Gymnasium, die das neue Schulgesetz ab Sommer 2015 ebenfalls vorsieht, konkret umgesetzt werden soll, ist noch unklar.

Die entsprechenden Stundentafeln werden gerade im Kultusministerium ausgearbeitet. Während die Musik- und Kunstlehrer bereits Kürzungen öffentlich anprangern, halten sich die Geschichtslehrer bislang eher zurück. Vermutlich auch deshalb, weil sich die Befürchtung, dass bei der Umstellung auf G 9 eine Stunde Geschichtsunterricht wegfallen soll, wohl doch nicht bewahrheitet. „Es bleibt also zu hoffen, dass wir angesichts der Entlastungseuphorie für Schüler künftig nicht nur noch halbjährlich, sondern das ganze Jahr über Geschichtsunterricht erteilen können“, sagt Heinßen.

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