Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Warum Peter von Sassen auch im Ruhestand kaum Zeit hat
Hannover Aus der Stadt Warum Peter von Sassen auch im Ruhestand kaum Zeit hat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:17 12.12.2017
Stadtspaziergang mit Peter von Sassen.  Quelle: Philipp Von Ditfurth
Hannover

Es ist nicht ganz einfach, sich mit Peter von Sassen zu verabreden. Der Mann ist oft unterwegs. Er war gerade in der Arktis. Er kennt sich aus in den kältesten Ecken der Welt, hält dort Vorträge auf Kreuzfahrtschiffen oder leitet Expeditionen. Norwegen steht auch schon wieder in seinem Terminkalender. 

Schließlich klappt es doch mit dem Treffen. Er hat gerade seine Fotoausstellung zum Thema „Polare Welten“ gehängt, schafft es aber pünktlich zum Cappuccino in die Markthalle – bei Angelo Masala in der Ecke. Den Platz hat er mit Bedacht ausgesucht. Der 64-Jährige ist Feinschmecker, auch Hobbykoch. Seiner Figur kann das nichts anhaben. Gertenschlank, 1,96 groß. Sein Gesicht kennt man in unserem Land. 

Stadtspaziergang: Er war das Gesicht von „Hallo Niedersachsen“ Peter von Sassen, doch auch im Ruhestand ist der Journalist, Moderator und Filmemacher weiter in seiner Rolle. Auch ein Grund, warum es so schwer ihn privat zu treffen.

Peter von Sassen war länger als 30 Jahre für den NDR auf dem Bildschirm und lange Zeit das Gesicht des Regionalprogramms „Hallo Niedersachsen“. Inzwischen ist er im Ruhestand. Ein Wort, das nicht so recht passen will zu einem Journalisten, Moderator, Filmemacher – manchmal auch Fotograf. Professionen, die er auch heute noch betreibt, aber fein dosiert.

Eine freundliche Dame bringt uns zwei neue Cappuccini. Eigentlich gilt hier Selbstbedienung, für Peter von Sassen wird gern eine Ausnahme gemacht. „Ich genieße manchmal diese kleine Prominenz“, sagt er und schmunzelt. Solches Understatement ist nicht aufgesetzt. Er meint das wirklich so, was vermutlich auch seiner hanseatischen Kinderstube geschuldet ist. 

Von Sassen ist Hamburger. Mit 17 hatte er noch eine Bühnenkarriere im Sinn, spielte im Kellertheater, einem kleinen, sehr ambitionierten Haus in der Hamburger City und war übrigens auch in Einspielfilmen in der Sesamstraße zu sehen. Aber für einen Fast-Zweimeter-Mann ist das Rollenangebot überschaubar und von Sassen hatte ohnehin eigentlich schon in der elften Klasse beschlossen, Fernsehjournalist zu werden, was er denn mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit auch durchsetzte: Studium von Germanistik und Theaterwissenschaften, dann Ausbildung bei der Wochenschau, Arbeiten für kleine Filmproduktionsfirmen, freie Mitarbeit beim NDR – bis dann im Funkhaus Hannover eine Jungredakteursstelle ausgeschrieben war, die keiner wollte, weil sie so schlecht bezahlt wurde. Von Sassen wollte und war drin.

Er blieb sein Berufsleben lang. Geschwankt hat er nur einmal. Als das private Fernsehen aufkam, bot ihm ein berühmter Kölner Zeitungsverleger einen attraktiven Vertrag mit einem ebenso attraktiven Dienstwagen an. Nach einer Nacht unruhigen Schlafes sagte von Sassen ab. Er hat das nie bereut. „Der NDR hat mir immer spannende Projekte ermöglicht.“ Und er durfte eigene Idee realisieren. Meist zusammen mit seinem „Lieblingskameramann“ Erwin Neu. Eine Kochserie haben die beiden schon gemacht, als noch nicht Dutzende von Köchen durch alle Fernsehkanäle wimmelten. „Wir drehten damals Vier-Minuten-Filme, in denen wir einen Ort oder eine Region, einen Menschen und sein Gericht vorstellten.“ Da wurde um jede Sekunde gerungen.

Von Sassen hat das Handwerk gelernt, als Filme noch auf Zelluloid gedreht wurden. Das prägt, weil es von den Machern Respekt vor dem teuren Material verlangt. Schludern wird kostspielig. Man lernt, präzise zu arbeiten. Eine Sorgfalt, die dem Film am Ende anzusehen ist. Mitte der neunziger Jahre, war Peter von Sassen Redaktionsleiter des Nordsee-Reports – die Serie wurde ein filmisches Hochglanzprodukt. Für die Teams oft ein Abenteuer: „Wir haben 2003 zum Beispiel als erste von einer Reise mit einem russischen Eisbrecher nach Franz-Josef-Land berichten dürfen.“

Ganz so abenteuerlich wird der Stadtspaziergang heute nicht. Wir machen uns auf Spurensuche und Station im Sprengel Museum. Das hier ist sein Revier. Vor der Tür kommen wir an einem Wagen mit NDR-Schriftzug vorbei. Von Sassen beschleicht ein bisschen Wehmut: „Es war schon eine schöne Zeit.“

Von Hans-Peter Wiechers

In Hannover haben immer mehr Menschen keinen festen Wohnsitz. Um zu verhindern, dass Obdachlose auf der Straße schlafen müssen, schafft die Stadtverwaltung auch Plätze in Flüchtlingsunterkünften. 

15.12.2017

Die VHS bekommt die Zulassung für ein neues Angebot zu berufsbezogenen Sprachprojekten. Wer den Kurs absolviert hat, ist fit für einen Ausbildungsplatz.

12.12.2017
Aus der Stadt Verkehr wegen neuer Conti-Zentrale - Hans-Böckler-Allee wird zehnspurig

Die Hans-Böckler-Allee, als Staufalle bekannt, soll ausgebaut werden, um mehr Verkehr aufnehmen zu können. Grund für die Bauarbeiten ist die Conti-Zentrale, die nahe der Pferdeturmkreuzung entsteht.

15.12.2017