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Aus der Stadt Rückgabe der „Trophäe“: Die HAZ will vermitteln
Hannover Aus der Stadt Rückgabe der „Trophäe“: Die HAZ will vermitteln
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20:20 25.05.2017
Von Conrad von Meding
Nach HAZ-Informationen liegt dieses Foto der Polizei vor. Wir haben die Gesichter der dort gezeigten trotzdem unkenntlich gemacht.
Nach HAZ-Informationen liegt dieses Foto der Polizei vor. Wir haben die Gesichter der dort gezeigten trotzdem unkenntlich gemacht. Quelle: privat
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Hannover

Nach dem Aufstiegsspiel in Sandhausen haben einige 96-Anhänger am vergangenen Wochenende das dortige Stadion verwüstet. Jetzt gibt es vielleicht Gelegenheit zumindest für eine Geste der Entschuldigung. Ein Foto, das der HAZ vorliegt, zeigt vier Männer, die im hannoverschen Haupbahnhof ihre „Trophäe“ aus Sandhausen zeigen: das gestohlene Schild mit dem Namen des Hardtwaldstadions, in dem Hannover 96 am Sonntag durch ein Unentschieden die Rückkehr in die 1. Liga sicherte. Hängt die „Trophäe“ dort in einem Partykeller? Vielleicht ist der Spaß jedoch bereits zu Ende: Immerhin kennt die Polizei jetzt die Gesichter der Diebe.

Wir wollen vermitteln

Das Schild muss zurück. Die HAZ und der Sportbuzzer bieten hier Vermittlung an. Wir garantieren Anonymität, wenn uns das Schild ausgehändigt wird – und würden es dann nach Sandhausen bringen. Wir sind am Montag unter Telefon (05 11) 518 18 64 erreichbar und jederzeit per Mail unter online@haz.de

Immer häufiger gibt es Kritik an dem Diebstahl. „Gebt das Schild doch bitte wieder zurück nach Sandhausen“, steht etwa in einem Beitragbei Facebook. Ein anderer Nutzer kommentiert: „Wir haben uns teilweise auch als erkennbare Hannoveraner geschämt. Wie immer prägt eine Minderheit das Image aller Fans.“ Der Vorsitzende des Sandhausener SVS, Jürgen Machmeier, ist immer noch erschüttert von den Vorfällen. Aber er sagt: „Wir würden uns über eine Rückgabe des Schildes freuen, wenn es eine ernst gemeinte Geste der Entschuldigung ist.“

„Das waren keine Menschen“

Der Schock sitzt in Sandhausen mit seinen rund 15 000 Einwohnern immer noch tief. Zum Ende des Spiels hatten Hunderte hannoversche Chaoten das kleine Stadion gestürmt und eine regelrechte Verwüstung angerichtet. Einrichtungen wurden zerstört, Schilder und weitere Gegenstände gestohlen. Die Tore wurden zerstört, Devotionalien entwendet, Gäste erbrachen sich später in Vorgärten von Anwohnern. Auf rund 300 000 Euro schätzt der Verein den Schaden, davon soll allein er völlig ruinierte Rasen etwa 100.000 Euro kosten.

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„So etwas haben wir in Sandhausen noch nicht erlebt“, sagt Vereinschef Machmeier: „Das waren keine Menschen mehr, das waren Tiere. Und es war kein Siegesjubel, sondern ein Exzess.“ ­96-Chef Martin Kind hat bereits angekündigt, dass die Profisparte des Vereins den Schaden ersetzen will. Einzelne Fans haben dem Fußball-Förderverein in Sandhausen nach den HAZ-Berichten über die Verwüstung kleine Spenden zukommen lassen und sich beim Bürgermeister Georg Kletti für die Eskalation der angeblichen Fans entschuldigt.

Der antwortete innerhalb weniger Stunden per Mail auf die Gesten und nahm den Vorgang sehr sportlich: Er wünschte „auch dem Verein Hannover 96 alles erdenklich Gute - und das meine ich tatsächlich auch so“.

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