Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt TiHo wartet seit drei Jahren – Wann kommt das Walskelett nach Hannover?
Hannover Aus der Stadt

Gestrandete Pottwale: TiHo in Hannover wartet seit Jahren auf Walskelett

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:38 10.07.2019
Auf Wangerooge wurde das Skelett eines 2016 in der Nordsee verendeten Pottwals bereits im April 2017 präsentiert. Quelle: dpa
Hannover

Die Bilder erschütterten. Dutzende Kadaver gestrandeter Wale trieben Anfang 2016 an den Küsten der Nordsee an. Besonders erschreckend: In den Mägen der verendeten bis zu 18 Tonnen schweren Meeressäuger fanden sich große Mengen Plastikmüll. Für einige der beeindruckenden Riesenskelette fanden sich schnell Abnehmer, eins soll in Hannover ausgestellt werden. Doch während die Skelette andernorts längst präpariert sind, wartet die TiHo bis heute vergeblich auf ihren gut zehn Meter langen Pottwal. Pausen und eine Panne im Meeresmuseum Stralsund, wo er präpariert wird, haben die Übergabe um Jahre verzögert. Nun bekommt die TiHo den Wal womöglich unfertig aus Stralsund zurück. „Wir sind auf der Suche nach einem anderen Ort, an dem wir die Arbeiten durchführen lassen können“, sagte eine Hochschulsprecherin der HAZ.

Skelett mit Seifenlauge gereinigt

Die TiHo hatte das Meeresmuseum Stralsund den Auftrag erteilt, weil man sich dort mit dem Präparieren großer Skelette auskennt. „Wir können mit den großen Knochen umgehen“, sagte Kurator Michael Dähne damals der HAZ – er war zuvor von 2011 bis 2015 selbst als Wissenschaftler an der TiHo beschäftigt. Solche empfindlichen Skelette dürften nicht mit scharfen Chemikalien gereinigt werden, sondern nur sanft mit Seifenlauge. Danach würden sie einige Wochen getrocknet, entfettet und dann nochmal gereinigt. „Da kann man nicht den Turbo anschalten“, sagte er. Zudem müssten die Fachleute eine Winterpause einlegen, weil der Wal draußen auf dem Gelände in einem Container lagere. Nach ein paar Monaten aber, hieß es anfangs, könne das Skelett auseinandergenommen und in Hannover neu zusammengesetzt werden.

Defekte Heizung stoppt Arbeit der Präparatoren

Daraus wurde nichts. „Der Wal liegt hier im Nauticum in einer Bootshalle auf einer Bahre“, berichtet Michael Dähne in Stralsund auf Anfrage. Die Fleischreste seien entfernt worden und die Knochen sauber. Notwendig für die dauerhafte Haltbarkeit sei aber auch die Entfettung der Knochen. Damit sei man nicht vorangekommen, weil die dafür benötigte Heizungsanlage, die sehr präzise funktionieren müsse, seit mehr als einem Jahr defekt sei. Eine Reparatur wäre langwierig und vor allem teuer: „Die Instandsetzung kostet 100.000 Euro“, sagt Dähne, dafür seien die Haushaltsmitteln nicht da. Man habe der TiHo deshalb angeboten, das Skelett zurückzugeen.

Wal erinnert an Müllproblem

In Hannover fehlen allerdings entsprechende Vorrichtungen. „In der TiHo haben wir keine Möglichkeit, so große Skelette zu entfetten“, sagt Sprecherin Sonja von Brethorst. Solange noch kein neuer Ort für die Bearbeitung gefunden ist, wird der Wal wohl weiter in Stralsund liegen. „Er nimmt nicht mehr Schaden, als er jetzt schon hat“, sagt Dähne vom Meeresmuseum.

Deutlich schneller ging es etwa auf Wangerooge. Dort ließ sich die Idee, das Skelett eines der Anfang 2016 auf der Ostfriesischen Insel gestrandeten Pottwale auszustellen, mithilfe eines niederländischen Präparators zügig in die Tat umsetzen. Seit April 2017 können Inselbesucher das wie ein Puzzle neu zusammengesetzte Skelett vor dem Nationalparkhaus ansehen. Es soll nach dem Willen der Inselgemeinde auch dazu mahnen, das Müllproblem in den Meeren in den Griff zu bekommen.

Mageninhalt: Autoabdeckung, Eimer, Fischernetze

In den Mägen einiger gestrandeter Wale waren unter anderem eine 70 Zentimeter lange Plastikabdeckung eines Autos, meterlange Überbleibsel von Krabbenfischernetzen und ein Plastikeimer gefunden worden. „Das ist beschämend für uns als Menschen“, sagte Professorin Ursula Siebert von der TiHo, die an der Untersuchung der Kadaver maßgeblich beteiligt war. Die Wale seien zwar nicht direkt an dem Müll in ihren Mägen gestorben, sondern in Winterstürmen zu weit in die südliche flache Nordsee gedriftet. Der Müll, der teilweise fast den kompletten Magen ausfüllte, habe sie aber zusätzlich geschwächt – und sie hätten auch daran sterben können.

Siebert hofft, dass der Wal für die TiHo in nicht allzu langer Zeit fertig wird. Die Entfettung der Gebeine solle abgeschlossen werden. Danach werde das Skelett für eine Ausstellung aufgebaut.

Lesen Sie mehr

Das entdeckten Forscher 2016 in den Mägen der Walkadaver.

Die Bildergalerie von der Bergung der gestrandeten Walkadaver.

Von Gabriele Schulte

Diesmal hat es geklappt: Beim zweiten Anlauf hat das Fanfaren-Corps Laatzen die Goldene Fanfare beim HAZ-Wettbewerb auf dem hannoverschen Schützenfest gewonnen. Die Sieger zeigten sich im Anschluss euphorisch.

12.07.2019

Ein Postzusteller hat am Sonnabend an einem öffentlichen Briefkasten in Hemmingen SS- und Hakenkreuzschmierereien entdeckt. Die Polizei überklebte die Zeichen. Erst vor wenigen Tagen hatte es einen Brandanschlag auf das Haus eines älteren jüdischen Ehepaares in Hemmingen gegeben. Auch hier fanden sich Nazi-Schmierereien.

29.05.2019

Wieder voll auf der Expo-Plaza: 15.000 Besucher sind am Sonnabend zur Starshow gekommen. Am zweiten Festivaltag brachten Aura Dione, Namika, Alvaro Soler, Carly Rae Jepsen und J Balvin das Publikum in Stimmung. Und Die Fantastischen Vier feierten ihr 30-Jahre-auf-der-Bühne-Jubiläum.

28.05.2019