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Aus der Stadt Gesundheitscoach trainiert Arbeitslose aus Hannover
Hannover Aus der Stadt Gesundheitscoach trainiert Arbeitslose aus Hannover
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21:28 06.02.2011
Von Bernd Haase
Ein gemeinsames Projekt von Jobcenter und MHH soll Hartz-IV-Empfängern helfen. Quelle: Rainer Surrey
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Herausgefunden werden soll, ob entsprechende Angebote geeignet sind, Fitness und Psyche von Langzeitarbeitslosen zu verbessern – „und damit ihre gesamte Lebenssituation“, wie Geschäftsführer Horst Karrasch sagt.
Dass Arbeitslosigkeit bei den Betroffenen nicht nur zu Einkommensproblemen führt, sondern sie auch krank macht, ist durch Studien schon häufiger untermauert worden. Sowohl die Techniker Krankenkasse als auch der Deutsche Gewerksschaftsbund haben herausgefunden, dass sich Arbeitssuchende wesentlich häufiger krank melden als Erwerbstätige. Das gilt laut DGB-Studie insbesondere für höhere Altersgruppen ab 50 Jahren. Problematisch daran ist, dass der hohe Krankenstand zum zusätzlichen Hemmnis bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz werden kann. Der Gewerkschaftsbund fordert deshalb eine bessere Gesundheitsförderung für Arbeitslose – insbesondere durch Präventionsmaßnahmen.

In diese Richtung zielt die Aktion der Jobcenter. Im Raum Hannover sind fünf sogenannte Gesundheitsgruppen mit je neun freiwilligen Mitgliedern gebildet worden, die Hartz-IV-Empfänger sind und außerdem 50 Lebensjahre erreicht oder überschritten haben. „Ihre jeweils zuständigen Fallmanager haben ein Schulungsprogramm als Gesundheitscoach durchlaufen“, berichtet Jobcenter-Sprecherin Marion Sprengel. Sie lassen ihren Klienten Ernährungsberatung angedeihen oder animieren sie zu sportlichen und kulturellen Aktivitäten. Die Gruppen treffen sich einmal in der Woche, wobei die Mitglieder entscheiden, was dann unternommen wird. „Das können Spaziergänge oder Walking sein, Kino- und Bibliotheksbesuche oder gemeinsames Kochen“, erklärt Sprengel.

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Die 45 Mitglieder aus den neun Gruppen werden regelmäßig in der Medizinischen Hochschule untersucht. Parallel dazu testen die Ärzte eine zweite Gruppe von ebenfalls 45 Freiwilligen, die die speziellen Präventionsprogramme bisher nicht absolvieren. Ende Juni wird der Test abgeschlossen sein. Erzielt die Maßnahme Wirkung, will das Jobcenter weitere Gesundheitcoaches ausbilden.

Conrad von Meding 06.02.2011
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