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Aus der Stadt Tote 16-Jährige: Wer hat ihre Handtasche gesehen?
Hannover Aus der Stadt Tote 16-Jährige: Wer hat ihre Handtasche gesehen?
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19:59 20.06.2018
Nach dem gewaltsamen Tod der 16-Jährigen in Barsinghausen sucht die Polizei die Handtasche des Opfers. Quelle: Heidrich/Polizei
Hannover/Barsinghausen

Die Ermittlungen gegen den am Montag in Barsinghausen festgenommenen 24-Jährigen dauern weiter an. Er soll die 16-jährige Anna in der Nacht zu Sonntag umgebracht haben. „Es besteht der Verdacht des Totschlags gegen den Mann“, sagt Hannovers Oberstaatsanwalt Thomas Klinge und spricht von einem kleinen Ermittlungserfolg. „Uns ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, den Anfangsverdacht gegen den 24-Jährigen so zu verdichten, dass daraus ein dringender Tatverdacht wurde.“ Kriminaltechnische und -medizinische Untersuchungen hätten dazu geführt.

An der Adolf-Grimme-Schule in Barsinghausen ist am Sonntagnachmittag die Leiche einer 16-Jährigen entdeckt worden. Laut Polizei wurde die Jugendliche erschlagen. Am Montag gedachten Freunde und Verwandte mit Blumen und Kerzen der Getöteten.

Seit Dienstag befindet sich der Verdächtige in Untersuchungshaft. Allerdings: „Er bestreitet, die 16-Jährige getötet zu haben“, sagt Klinge. Deshalb müsse jetzt alles ganz genau geprüft und hinterfragt werden. Kriminaltechniker und Mediziner sind laut Oberstaatsanwalt damit beauftragt worden, „weitere objektive Belege für den jetzigen Tatverdacht zu finden“. Dazu gehören unter anderem DNA-Analysen, die aber einige Zeit in Anspruch nehmen würden. Der Mann mit deutscher und dominikanischer Staatsbürgerschaft ist laut Klinge bereits früher wegen Gewaltdelikten in Erscheinung getreten. Er soll zudem erst vor wenigen Monaten nach längerer Haft aus dem Gefängnis freigekommen sein, der Oberstaatsanwalt kommentiert das jedoch nicht.

Polizei bittet um Hinweise zur Handtasche

Im Zuge der weiteren Ermittlungen veröffentlichte die Polizei am Mittwoch ein Foto der Handtasche des Opfers. „Sie konnte bislang nicht aufgefunden werden“, sagt Behördensprecher Thorsten Schiewe. Die Beamten der Mordkommission „Anna“ wissen demnach, dass die 16-Jährige kurz vor ihrer Ermordung am Sonntag gegen 1 Uhr eine cremefarbene Handtasche bei sich hatte. Wer weiß, wo die Tasche ist, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter Telefon (0511) 109 55 55 zu melden. Am Mittwoch suchten die Beamten zudem mit einem Spürhund den Spielplatz neben der Unterkunft ab, in der der Tatverdächtige gewohnt hat.

Diese cremefarbene Tasche hatte Anna in der Nacht dabei, als sie getötet wurde. Quelle: Polizei

Randale beim Haftrichter?

Einen Medienbericht, wonach der Mann am Dienstag bei der Vorführung beim Haftrichter randaliert haben soll, dementiert Amtsgerichtssprecher Jens Buck auf HAZ-Anfrage. Das große Polizeiaufgebot habe einen anderen Grund gehabt: „Gleichzeitig wurde eine Bande von sechs mutmaßlichen Drogendealern vorgeführt“, sagt er. Bei der Gruppe waren am Montag 105 Kilogramm Marihuana gefunden worden. Da sie und der 24-Jährige nicht gemeinsam zur Justizvollzugsanstalt transportiert werden sollten, ist laut Buck ein weiteres Polizeifahrzeug angefordert worden.

Der Grund, weshalb die Jugendliche sterben musste, ist weiter unklar. Die Obduktion ergab, dass sie erschlagen wurde – Hinweise auf ein Sexualdelikt gab es aber nicht. „Wir suchen deshalb weiter Zeugen“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. „Auch diejenigen, die womöglich weniger bedeutsame Beobachtungen gemacht haben.“ Auch hier ist die Kriminalpolizei unter Telefon (0511) 109 55 55 erreichbar. Gleichzeitig ist laut Klinge „ein weiteres Hauptaugenmerk“ der Ermittlungen, ob der 24-Jährige womöglich auch für den Tod von Veronika B. verantwortlich ist. Ihre Leiche war am 17. April nur 500 Meter von dem Ort entfernt entdeckt worden, an dem zwei Monate später Annas Leichnam lag. Einen Verdächtigen gibt es bislang nicht.

Von Peer Hellerling

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