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Aus der Stadt Gewässerqualität in Hannover hat sich verbessert
Hannover Aus der Stadt Gewässerqualität in Hannover hat sich verbessert
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09:25 13.05.2013
Von Bärbel Hilbig
Verbesserungen durch langsamere Fließgeschwindigkeit: Die Fösse. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Im Jahr 1998 lag der Wert erst bei 27 Prozent. 45 Prozent der Gewässer galten im vergangenen Jahr als kritisch belastet (Güteklasse II bis III) und nur zwei Prozent als stark verschmutzt (Güteklasse III). Die Güteklasse I wird in geschlossenen Ortschaften generell nicht erreicht.

Die Verbesserungen sind laut Verwaltung Resultat des Programms „Naturnahe Gewässergestaltung“, das die Stadt seit 1994 verfolgt. Seitdem sind mehr als 20 Kilometer Uferstreifen an insgesamt 37 Fließgewässern renaturiert worden. In den vergangenen fünf Jahren fanden vor allem Arbeiten an Fösse, Hirtenbach, Roßbruchgraben, Büntegraben und Oberem Schiffgraben statt. Seit 1994 sind rund 11 Millionen Euro aus dem Regenwassergebührenhaushalt in das Programm geflossen.

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„Wir tragen damit zur Verbesserung des Hochwasserschutzes bei, und gleichzeitig steigen Naherholungsqualität und Artenvielfalt in Hannover“, sagt Umweltdezernent Hans Mönninghoff. Insgesamt unterhält die Stadtentwässerung rund 130 Kilometer Fließgewässer in Hannover, die das Regenwasser aus dem Stadtgebiet leiten und in größere Gewässer, vor allem die Leine, abgeben.

Bis in die achtziger Jahre wurden die Gräben so gebaut, dass das Regenwasser möglichst schnell aus dem Stadtgebiet abfloss. Das erwies sich als Fehler: Bei starkem Regen liefen die Gewässer über, und das Wasser überschwemmte häufig auch die angrenzenden Grundstücke. Die hohe Fließgeschwindigkeit in den Gräben beeinträchtigte außerdem Tier- und Pflanzenwelt. Etliche Arten konnten sich in den Uferbereichen nicht mehr halten. Da diese jedoch wesentlich zur Reinigung der Gewässer beitragen, verschlechterte sich nun die Wasserqualität, die Neubildung von Grundwasser ging zurück.

Als das deutlich wurde, steuerte die Stadt um. Seit Beginn des Programms zur naturnahen Gewässergestaltung kaufte sie zahlreiche Uferstreifen auf und baute sie um. Die Gräben selbst wurden verbreitert, die Uferböschungen abgeflacht, damit das Wasser langsamer fließt. Kommt es bei Starkregen oder Schneeschmelze zu Hochwasser, hat das fließende Gewässer mehr Platz, sich zu verteilen. Es kommt seltener zu Überflutungen, die Uferstreifen werden nicht mehr durch reißendes Wasser ausgewaschen. Durch abwechslungsreiche Gestaltung der Randstreifen hat sich die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren in der Uferzone erneut verbreitert. Die Gewässer reinigen sich wieder selbst, und das Grundwasser wird dadurch angereichert.

Christian Link 15.05.2013
Christian Link 12.05.2013
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