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Aus der Stadt Verschärft Diakovere die Kreißsaal-Krise?
Hannover Aus der Stadt Verschärft Diakovere die Kreißsaal-Krise?
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02:15 09.09.2016
Von Mathias Klein
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Nach dem beschlossenen Austausch der kompletten Hebammenteams von Henriettenstiftung und Friederikenstift erheben die Hebammen schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung. Die Leitung von Diakovere verschärfe die Kreißsaal-Krise, sagte der zuständige Sekretär der Gewerkschaft Verdi, Thilo Jahn. Die Hebammen hätten in den vergangenen Jahren Hunderte Belastungsanzeigen geschrieben, seien Tag und Nacht kurzfristig eingesprungen und hätten einen großen Berg von Überstunden angehäuft, berichtet Jahn. Die Geschäftsführung von Diakovere habe „die Besetzungskrise durch andauernde Ignoranz des Problems selbst verschärft“. Aus Sicht der Hebammen ist die Stellenbesetzung „absolut unzureichend“.

Durch den Austausch der beiden kompletten Teams fühlten sich einige Hebammen „regelrecht abgestraft“. Die Hebammen seien durch die Äußerungen der Geschäftsführung diffamiert worden. Aus Sicht von Jahn schaffe der Haustausch neue Probleme, denn die meisten Hebammen kennen die andere Geburtsklinik nur von außen.

Bei Verdi hätten sich am Dienstag Hebammen gemeldet, sie wollten Auskünfte zu Kündigungsfristen und Zeugnisberatungen haben, berichtete Jahn. Er forderte von der Geschäftsführung ein „klares Signal, dass die Leitung die Hebammen als Teil der Lösung sieht und nicht als Teil des Problems“.

Auch die Politik reagierte. Die Berechnungen zur Schließung der Geburtsklinik des Nordstadtkrankenhauses seien nicht eingetreten, meinte die Sozialexpertin der Grünen, Doris Klawunde. Ähnlich äußerte sich Michaela Michalowitz von der CDU. Sie beklagte zudem die noch immer ausstehende Vereinbarung über eine bessere Hebammenausbildung.

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