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Aus der Stadt Altkleidersammlung soll Schulen helfen
Hannover Aus der Stadt Altkleidersammlung soll Schulen helfen
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00:16 29.04.2015
Von Andreas Schinkel
Symbolbild Quelle: dpa
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Hannover

In Lehrte stehen seit ein paar Tagen die ersten vier knallroten Altkleidercontainer mit dem Werbeslogan „Alte Kleider für neue Klassenzimmer“ bereit.

„Wir können uns vorstellen, 800 Behälter in Hannover und den Umlandgemeinden aufzustellen“, sagt Kurt Rotermund, Sprecher der Initiative. Die Idee ist, einen Teil des Gewinns aus dem Altkleidergeschäft in die Kommunen zurückfließen zu lassen. „Wir wollen jetzt mit Stadt und Region über Standgebühren für die Behälter verhandeln“, kündigt Rotermund an.

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Private Altkleidersammler sehen ihre Stunde gekommen. Bisher hat sich das kommunale Entsorgungsunternehmen Aha um das lukrative Geschäft gekümmert. Mit sogenannten Wertstoffinseln wollte man die Container im Straßenbild auf eine überschaubare Anzahl reduzieren und verhindern, dass private Firmen an jeder Ecke eigene Behälter aufstellen. Doch der Unternehmer Günter Wingerning aus Salzgitter reichte Klage gegen das Monopol ein und bekam Recht. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg verlangte, das Gewerbe stärker für den Wettbewerb zu öffnen. Die Stadt Hannover überlegt jetzt, wie sie mit dem Urteil umgeht.

„Wir wollen auch keinen Wildwuchs in der Stadt“, sagt Rotermund. Zusammen mit der Stadt könne man eine Lösung finden und die Container geschickt verteilen. Der Unternehmensverbund bemüht sich sichtlich um Transparenz. Auf jedem der roten Container zeigt ein Schaubild, was mit den Kleidungsstücken passiert, die eingeworfen werden. Ein Teil wird zu neuer Garderobe verarbeitet, besonders zerschlissene Stücke zu Putzlappen. Wie viel Geld am Ende für Schulen bleibt, sei abhängig von den Standgebühren, die die Stadt verlangt, sagt Rotermund. „Wir heben uns deutlich von schwarzen Schafen auf dem Altkleider-Markt ab“, betont der Verbandssprecher. Bei vielen anderen Sammlern werde nicht klar, in welche Kanäle die Spenden eigentlich fließen.

In Brelingen und Bissendorf stehen bereits „Kleider-für-Klassenzimmer-Container“, und sie werden nach Angaben des Verbands gut angenommen. Eine Grundschule im Kreis Nienburg profitierte schon vom Altkleidergeschäft, dorte wurde ein Klassenraum nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen umgestaltet.

Michael Zgoll 29.04.2015
Gunnar Menkens 29.04.2015
Andreas Schinkel 27.04.2015