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Aus der Stadt Golf fahren für 20 Cent pro Minute
Hannover Aus der Stadt Golf fahren für 20 Cent pro Minute
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21:57 09.09.2011
Von Lars Ruzic
Foto: Die „Quicars“ beim symbolischen Start des VW-Carsharing-Projekts im Mai vor dem Rathaus.
Die „Quicars“ beim symbolischen Start des VW-Carsharing-Projekts im Mai vor dem Rathaus. Quelle: Michael Thomas
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„Wir haben für Quicar ein ebenso günstiges wie einfaches und flexibles Tarifkonzept entwickelt“, sagt VW-Vertriebschef Christian Klingler. Wie viele Kunden der Autobauer mit dem Projekt gewinnen will, behält er noch für sich. Mit „Quicar“ betritt Volkswagen Neuland. „Wir wollen in Hannover dazulernen“, sagt ein Konzernsprecher.

Vieles ist bei den Planungen gleichwohl schon zu Beginn bedacht worden. So soll es laut VW „Shops im ganzen Stadtgebiet“ geben, in denen sich die Kunden mit Personalausweis und Führerschein zunächst registrieren lassen müssen. Dieser erste Schritt kostet einmalig 25 Euro. Dafür erhält man einen Chip, der auf den Führerschein aufgebracht werden kann. Damit lässt sich jedes der Autos öffnen. Es muss zuvor lediglich telefonisch, über das Internet oder eine eigene Smartphone-App vorbestellt worden sein. Im Handschuhfach liegt der Autoschlüssel, den der Fahrer nutzen kann, nachdem er sich mit einer PIN autorisiert hat.

Die Fahrzeuge sollen zunächst an 50 Standorten im Stadtgebiet verteilt werden. Dabei handelt es sich um festgelegte Stationen, an denen die Fahrzeuge auch wieder abgestellt werden müssen. Ein solches „stationäres System“, habe den Vorteil einer hohen Verfügbarkeit, so VW. Diese Abstellplätze sollen besonders gekennzeichnet werden. Sie werden zunächst von privaten Eigentümern bereitgestellt – denkbar sind etwa Plätze an Supermärkten oder in Parkhäusern. Eine Umwidmung öffentlicher Parkflächen sei zunächst nicht notwendig, sagt ein Stadtsprecher. Mittelfristig will VW die Zahl der Standorte auf 100 verdoppeln. Auch eine Ausweitung des Autoangebots sei denkbar – etwa um Modelle wie den Beetle oder den Kleintransporter Caddy.

Zunächst besteht die Flotte aus 200 Golf BlueMotion mit einem 1,6-Liter-Dieselmotor. Die Fahrzeuge verfügen über Start-Stopp-Automatik, schalten sich also an der roten Ampel aus. Diese Modelle verbrauchen im Drittelmix Stadt–Land–Autobahn lediglich 3,8 Liter auf 100 Kilometer, weshalb VW die hannoversche Flotte als „eine der effizientesten unter den Carsharing-Anbietern“ auslobt. Neben Navigationssystem und Parkassistent haben die Fahrzeuge auch eine Telematikeinheit an Bord, die erkennt, wann der Wagen steht. Letzteres ist für den Kunden wichtig: Denn ein während der Mietzeit abgestelltes Auto kostet nur 10 Cent in der Minute.

Das gilt allerdings nicht in der ersten halben Stunde. Denn VW hat im Gegensatz zu den Konkurrenten Daimler mit „car2go“ in Hamburg und Ulm sowie BMW mit „Drivenow“ in München eine Mindestmietdauer und -gebühr von 30 Minuten beziehungsweise 6 Euro festgelegt. Erst danach wird minutengenau abgerechnet. Im Preis sind alle gefahrenen Kilometer, Treibstoff und Versicherung bereits enthalten. Damit die Fahrzeuge stets möglichst gut betankt sind, befindet sich in jedem Golf eine Tankkarte, die der Kunde kostenlos nutzen kann. Zudem gibt es für Selbsttanker eine Zeitgutschrift für die nächste Fahrt.

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