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Aus der Stadt Bettina Wulff strahlt wieder
Hannover Aus der Stadt Bettina Wulff strahlt wieder
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19:15 20.10.2013
Von Bernd Haase
Bettina Wulff beim Walsonntag in Hannover. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Surrende Motoren der Fotoapparate, Mik rofone und Fernsehteams, die mit ihren Kameras durch den Saal streifen – Bettina Wulff kennt das zur Genüge. Für Pastor Heino Masemann war es in der Form neu. „Es ist spannend hier mit all den Medien“, sagte der Initiator und Ideengeber vom „Walsonntag“, einem besonderen Gottesdienst, den er Pastor und seine Mitarbeiter vom Landesverein für Innere Mission im Zwei-Wochen-Turnus im Expo-Wal ganz im Süden des ehemaligen Weltausstellungsgeländes inszenieren.

Masemann, das war abzusehen, hat einen Coup gelandet. Die frühere First Lady, mittlerweile selbstständige Betreiberin einer PR-Agentur und weitaus weniger in der Öffentlichkeit zu sehen als früher, führte als Gastmoderatorin durch den Gottesdienst und ließ sich gemeinsam mit ihrer Freundin Cinderella Freifrau von Dungern vom Pastor interviewen. 500 Gäste saßen im Wal; man darf getrost annehmen, dass der eine oder andere weniger das Spirituelle im Sinn hatte. Warum auch nicht – Neugier zählt schließlich nicht zu den biblischen Sünden. Und so ganz aus heiterem Himmel kam Wulffs Auftritt nicht, denn sie war mit ihren Söhnen schon früher Gast im Expo-Wal.

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Die ehemalige First Lady Bettina Wulff hat am Sonntag als Gastmoderatorin beim so genannten „Walsonntag“ teilgenommen.

Die Gottesdienste in dem fischförmigen Gebäude sind ein Gegenentwurf zu denen in den Kirchen – es gibt zwischendurch einen Brunch, eine Spielecke für Kinder und das „Lobe den Herrn“ nicht als getragenes musikalisches Glaubensbekenntnis, sondern als von einer Band vorgetragene flotte Sakropop-Version inklusive mit Beamer an die Wand projizierter Textvorlage für die nicht ganz Sattelfesten in Sachen Kirchenlieder. Masemann predigt und moderiert nicht im Talar, sondern im Jackett und wirkt dabei oft mehr wie ein Showmaster als wie ein Pastor. So verloste er ganz zu Beginn gemeinsam mit Wulff mal ganz locker eine Flasche Champagner unter den Besuchern. „Leidenschaftlich leben!“ lautete am Sonntag das Motto.

Bettina Wulff, die mit einem farbenfrohen orange-violettem Kleid schon rein optisch ganz gut in diese Atmosphäre passte, hatte sichtlich Spaß an der Sache. Sie führte ebenso charmant wie leutselig durch das Programm. In der Interviewrunde gewährte sie kleine Einblicke in ihre Gefühlswelt. „Glaube begleitet mich von Kindheit an. Er wächst und wird hoffentlich noch tiefer“, sagte sie beispielsweise und bekannte, dass sie nach wie vor Herzklopfen vor besonderen Auftritten verspüre. „Ohne Herzklopfen wäre das Leben eintönig“, erklärte sie. Andererseits spüre sie nicht mehr wie früher die Sehnsucht, unbedingt noch Dinge schaffen zu müssen: „Ich fühle mich ruhig und ausgeglichen, es zieht mich nirgendwo mehr speziell hin.“

Pastor Masemann warb in seiner Predigt zum Thema „leidenschaftlich leben“ dafür, Tage nicht zu vertrödeln und nicht zu lange über verpasste Gelegenheiten nachzudenken. Diese Form von positivem Denken schien ganz im Sinne seines Gastes zu sein.

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