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Aus der Stadt "Graue Wölfe": Türkische Nationalisten in der Uni?
Hannover Aus der Stadt "Graue Wölfe": Türkische Nationalisten in der Uni?
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08:54 29.03.2017
Von Tobias Morchner
Die in der Uni gastierende Gruppierung soll den "Grauen Wölfen" nahestehen, deren Erkennungszeichen ist das Wolf-Handzeichen.
Die in der Uni gastierende Gruppierung soll den "Grauen Wölfen" nahestehen, deren Erkennungszeichen ist das Wolf-Handzeichen. Quelle: dpa
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Hannover

Das Präsidium der Leibniz-Universität sieht sich derzeit schweren Vorwürfen ausgesetzt. Die Leitung der Hochschule soll Räumlichkeiten für eine Veranstaltung des Vereins Türkischer Jugend- und Studenten Bund e. V. am Sonntag zur Verfügung gestellt haben, obwohl bekannt war, dass die Gruppierung der rechtsradikalen türkischen Organisation "Graue Wölfe" nahesteht. Das behaupten zumindest einige Hochschulgruppen an der Universität. Das Präsidium weist die Vorhaltungen zurück. Die Uni habe dem Verein die Räume für eine Veranstaltung überlassen, da der Türkische Jugend- und Studentenbund eine eingetragene studentische Vereinigung sei. „Sollte sich bei der Prüfung der Antragsteller ergeben, dass ein Verein nicht rechtskonform ist, wird der Überlassung widersprochen. Dies war im vorliegenden Fall nicht ersichtlich“, heißt es in einer Stellungnahme der Hochschule.

Am Sonntag hatte der Verein zu einem Vortrag Christian Johannes Henrich eingeladen. Henrich war ehemals Mitglied der CDU und tritt im Internet inzwischen als Leugner des Völkermordes an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges auf. Hinweise auf die Verbindung der Organisatoren der Veranstaltung zu den Grauen Wölfen seien dem Präsidium bereits vier Tage vor dem Auftritt von Henrich bekannt gewesen. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie das Präsidium solche schwerwiegenden Vorwürfe ignoriert haben könnte“, sagt Marius Lahme, Sprecher der Hochschulgruppe der Partei „Die Partei“. Am Sonntag hatten sich zahlreiche Demonstranten vor der Uni versammelt, um gegen Henrichs Auftritt zu protestieren. Die Polizei war mit vielen Einsatzkräften und berittenen Beamten vor Ort. Einschreiten mussten diese jedoch nicht. 

Bernd Haase 01.04.2017