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Aus der Stadt Staatspreis für hannoversche Gravitationsforscher
Hannover Aus der Stadt Staatspreis für hannoversche Gravitationsforscher
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00:16 26.08.2016
Von Heiko Randermann
Bruce Allen (von links), Alessandra Buonanno, und Karsten Danzmann werden von Ministerpräsident Stephan Weil geehrt. Quelle: dpa
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Hannover

Albert Einstein war pessimistisch: Das Genie war zwar sicher, dass die von ihm beschriebenen Gravitationswellen existieren, doch er glaubte nicht, dass dieses feine Flimmern des Universums jemals nachgewiesen werden könnte. Doch hier irrte das Genie, auch wenn es über 100 Jahre dauerte, das zu zeigen: Im September 2015 gelang einem internationalen Forscherteam erstmals der Nachweis von Gravitationswellen – eine Weltsensation, an der auch hannoversche Forscher beteiligt waren. Drei führende Wissenschaftler des deutschen Teams bekamen dafür gestern in der Galerie des Schloss Herrenhausen den mit 35.000 Euro dotierten Niedersächsischen Staatspreis verliehen.

Die beiden Direktoren des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik Albert-Einstein-Institut (AEI) in Hannover, Karsten Danzmann und Bruce Allen, sowie die Direktorin des Max-Planck-Instituts in Potsdam, Alessandra Buonanno, hätten „einen ganz entscheidenden Beitrag zu einer der wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahrhunderts geleistet“, lobte Ministerpräsident Stephan Weil. Der Astrophysiker Thomas Bührke brachte die Leistung in seiner Laudatio poetischer auf den Punkt: Als Dirigenten eines Orchesters von Forschern hätten die drei Preisträger "eine fulminante Uraufführung von Einsteins monumentaler Symphonie hingelegt."

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Tatsächlich war der Nachweis der Gravitationswellen eine internationale Leistung. In den USA wurden zwei große Anlagen aufgebaut, die durch Abweichung von Laserstrahlen die sonst nicht wahrnehmbaren Wellen im Raum messen können. Eine kleinere Anlage steht bei Sarstedt. 1004 Autoren waren an der Veröffentlichung der Entdeckung beteiligt, etwa 100 gehören dem AEI und der Leibniz Universität Hannover an.

Die Arbeit der drei Preisträger sei aber grundlegend für diesen Erfolg gewesen, betont die Staatspreis-Jury: Das reiche von der Entwicklung des empfindlichen Detektorsystems über hochgenaue Modelle von Gravitationswellen bis zur statistischen Analyse der eigentlichen Messwerte. Danzmann gab die Ehrung an die Mitarbeiter des Projekts weiter: "Liebe Leute, dieser Preis gehört uns allen."

Weil sieht diese Entdeckung auch als Erfolg der niedersächsischen Wirtschaft. Ein Lob, das die Preisträger gerne zurückgaben: Das Land Niedersachsen habe auch in den Durststrecken zu dem Projekt gehalten. Danzmann mahnte auch mehr Geduld in der Forschung an: "Wir brauchen keine Evaluitis. Wir brauchen die besten Leute und müssen ihnen viel Zeit geben."

Der Nachweis und die Messung der Gravitationswellen erlaubt eine völlig neue Form der Astronomie, die es auf völlig neue Art ermöglicht, das Universum auszuhorchen. Die Wissenschaftler gelten daher als sichere Anwärter auf den Physik-Nobelpreis. Für den Niedersächsischen Staatspreis wäre das keine Premiere: Mit Manfred Eigen, Erwin Neher und Stefan Hell haben bereits mehrere Wissenschaftler vor ihrer Ehrung in Stockholm einen Niedersächsischen Staatspreis mit nach Hause nehmen können.

Michael Zgoll 26.08.2016
23.08.2016