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Aus der Stadt Grüne: Stadtbahn in Garbsen hat Priorität
Hannover Aus der Stadt Grüne: Stadtbahn in Garbsen hat Priorität
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08:03 18.04.2012
Von Bernd Haase
Die Diskussionen über die Stadtbahnlinien in Hannover und Umgebung geht weiter. Quelle: Archivfoto
Hannover

Das sagte Enno Hagenah, Regionschef der Grünen, bei einer Diskussionsveranstaltung im Presseclub, an der unter anderem auch Oberbürgermeister Stephan Weil und der SPD-Regionsvorsitzende Matthias Miersch teilnahmen.

Gegenüber der HAZ konkretisierte Hagenah Überlegungen für ein Niederflurnetz. Damit liegen die Grünen weiter quer zur SPD, die die Niederflurtechnik ablehnt. „Ich sehe den Bedarf für komplett neue Strecken nicht“, sagte Weil im Presseclub. Im Stadtverkehr der Zukunft würden eher Hybridbusse, Carsharing und Fahrradverkehr eine wichtige Rolle spielen. Der Oberbürgermeister nannte es „einen Fehler, im Regionshaus über neue Strecken zu diskutieren, ohne die Stadt Hannover zu konsultieren“.

Der Diskussionsstand im Überblick

Zuschüsse: Ohne finanzielle Unterstützung von Bund und Land kann keines der millionenschweren Stadtbahnvorhaben umgesetzt werden. Die derzeit gültigen Förderprogramme laufen 2019 aus.

Bürgerbefragung: Weil SPD und Grüne sich für die Linie 10 nicht einigen konnten, ob Hoch- oder Niederflurtechnik eingesetzt werden soll, haben die beiden Parteien eine regionsweite Bürgerbefragung vereinbart. Um die Zuschüsse nicht zu riskieren, setzt die SPD dabei auf Tempo. Die Grünen dagegen wollen die Bürger frühestens Ende September befragen. Sie glauben im Gegensatz zur SPD, dass der Bund neue Förderprogramme für den Nahverkehr auflegen wird.

Niederflurnetz: Bis zur Bürgerbefragung soll die für den Nahverkehr zuständige Region ein Niederflurnetz berechnen. „Dann wird sich zeigen, dass Niederflurtechnik wirtschaftlicher ist, als es Hochbahnsteige sind“, erwartet Hagenah. Der Kostenaspekt, da sind sich die Parteien einig, wird bei der Bürgerbefragung eine wichtige Rolle spielen. Die Strecken für dieses durchzurechnende Niederflurnetz stehen fest: Die Linie 10 führe nicht nur von Ahlem über Linden durch die City zum Raschplatz, sondern weiter Richtung Südstadt und durch die Sallstraße zum Bismarckbahnhof. Eine zweite Strecke verliefe vom Zoo durch die City auf den Gleisen der Linie 17 zum Schwarzen Bären. Von dort aus ginge es durch die Deisterstraße und über das Hanomaggelände mit seinen neuen Wohnvierteln zum Bahnhof Linden/Fischerhof, wo die jetzige Linie 17 wieder erreicht würde. Diese schließlich soll dann nach Hemmingen verlängert werden.

Sonderfall Hemmingen: Pläne für eine Stadtbahn von Oberricklingen aus in Hannovers Nachbarstadt gibt es seit vielen Jahren. In der Hochflurvariante würde sie 32 Millionen Euro kosten. Problem ist, dass der Bund in absehbarer Zeit keine neue Umgehungsstraße für Hemmingen finanzieren will, Hochbahnsteige für die Stadtbahn aber auf der vorhandenen Bundesstraße 3 den Autoverkehr zu sehr behindern würden. „Niederflurtechnik dagegen stört nicht, das haben Gutachten ergeben“, sagt Hagenah.

Sonderfall Garbsen: Die Leibniz Universität will den Campus in Garbsen erweitern. „Wir müssen bald 5000 Studenten dort hinbringen. Dafür brauchen wir schnell eine Stadtbahnverbindung“, sagt Hagenah. Immerhin bräuchten sich die Grünen in diesem Fall nicht mit der SPD über Systeme zu streiten: Richtung Garbsen fahren Hochflurbahnen, Niederflurtechnik kommt dort nicht infrage.

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