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Aus der Stadt Grüne regen Plenarsaal-Kompromiss an
Hannover Aus der Stadt Grüne regen Plenarsaal-Kompromiss an
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23:29 05.03.2010
Der Entwurf des Architekten Yi.
Umstritten: Der Entwurf des Architekten Yi. Quelle: Steiner
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Jeder Abgeordnete soll nur seinem Gewissen folgen, Fraktionszwang wird an diesem Tag unterbunden. Zuvor wird eine ausführliche Debatte erwartet, in der jeder Mandatsträger die Chance erhalten soll, in einem kurzen Statement seine Position zu erläutern. Dies sei ein „Königsweg“, sagte Landtagspräsident Hermann Dinkla am Freitag.

Damit wächst die Spannung enorm. Im Landtag bilden sich nun drei Lager heraus: Die einen wollen den alten Oesterlen-Saal abreißen und durch einen Glaspavillon ersetzen. Dieses Modell des Kölner Architekten Yi wird von großen Teilen der CDU, von der FDP und auch von Teilen der SPD favorisiert. Die zweite Gruppe befürwortet ein Modell des Hamburger Architekten Gebhardt, der den alten Oesterlen-Saal äußerlich teilweise erhalten, aber innerlich völlig entkernen will. Dafür sind ein Teil der SPD-Fraktion, die Grünen und vermutlich einige Abgeordnete der CDU. Der Grünen-Bauexperte Enno Hagenah hat am Freitag versucht, dieses Modell zu ergänzen: Wenn man den Planungsauftrag zu gleichen Teilen dem Büro Gebhardt gäbe und dem Sieger des Wettbewerbs von 2002, Koch und Panse, könnten diese gemeinsam ein Konzept erarbeiten, das günstiger würde als die bisher angepeilten 45 Millionen Euro. „Womöglich reichen dann 35 Millionen“, sagte Hagenah. Außerdem könnten langwierige rechtliche Streitigkeiten vermieden werden, sagt er, wenn man sowohl den Sieger von 2002 als auch einen der ersten drei Preisträger des aktuellen Wettbewerbs bei der Auftragsvergabe berücksichtige.

Die dritte Gruppe will den Architektenwettbewerb beenden und lediglich einige notwendige Sanierungen im Gebäude erledigen – etwa ein neues Gestühl, neue Besuchertribünen oder ein neues Dach, das Tageslicht ins Gebäude lassen könnte. Für diese Variante gibt es bislang nur Sympathien in der CDU-Fraktionsführung und bei Mitgliedern der Landesregierung.

In einer dreistündigen Sitzung haben Dinkla und die Vertreter der Fraktionen am Freitag das Verfahren verabredet: Nächste Woche sollen zunächst die drei Preisträger des aktuellen Wettbewerbs ihre überarbeiteten Entwürfe vorstellen, die Landtagsverwaltung soll mit der Witwe von Dieter Oesterlen verhandeln. Am 16., 17. oder 18. März soll dann der Landtag nach ausführlicher Debatte in freier Abstimmung erstens entscheiden, ob ein Sanierungsbedarf besteht, zweitens, ob der Architektenwettbewerb weitergeführt wird und, wenn ja, drittens, ob der Glaspavillon-Entwurf des Architekten Yi oder eine Kombination aus dem zweiten Preisträger und dem Sieger des Wettbewerbs von 2002 Grundlage weiterer Entscheidungen sein soll.

Landtagspräsident Dinkla, der als Anhänger von Yi gilt, betonte am Freitag: „Ich akzeptiere jedes Ergebnis.“

02.03.2016
Conrad von Meding 05.03.2010
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