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Aus der Stadt Grüne wollen Vereinfachung beim Sozialticket
Hannover Aus der Stadt Grüne wollen Vereinfachung beim Sozialticket
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07:11 04.05.2015
Von Bernd Haase
Für eine Fahrkarte sollen Sozialticketnutzer künftig keinen Umweg über die Wertmarke machen müssen. Quelle: Wilde
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Hannover

„Nur einkommensschwache Menschen müssen einen Extrabeitrag zahlen, um vergünstigte Angebote in Bussen und Bahnen nutzen zu können. Für Senioren beispielsweise gilt dies nicht“, kritisiert Doris Klawunde, sozialpolitische Sprecherin der Regionsfraktion.

Das Sozialticket wurde 2009 nach längerem Hickhack eingeführt; zunächst nur als Tagesticket. Seit Anfang vergangenen Jahres gibt es auch eine Monatskarte. Insgesamt haben rund 120.000 Männer, Frauen und Jugendliche in der Region Anspruch auf die günstigen Fahrscheine. Wenn sie das Angebot nutzen, sparen sie 40 Prozent gegenüber den normalen Tarifen.

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Im Hintergrund ging es stets um die Kosten für die Subventionen. Die Verkehrsunternehmen wollten sie nicht tragen, und die Region hatte Angst, ihren Etat über die Gebühr zu strapazieren. Am Ende entstand eine relativ komplizierte Regelung. Wer Sozialtickets erwerben will, muss zuvor eine Wertmarke zum Preis von 4 Euro kaufen. Sie gilt jeweils für einen Monat. „Die Wertmarke ist eine Art zusätzliche Eintrittskarte, und die muss entfallen“, sagt Klawunde.

Fest steht, dass die Sozialticketregelung die vorher gehegten Erwartungen in Sachen Zahlen übertroffen hat. Das gilt vor allem für die Monatskarte. Hatte die Region mit rund 3000 Nutzern kalkuliert, waren es bei der vorerst letzten Erhebung vor einem Jahr schon 10.000. Außerdem wurden zu diesem Zeitpunkt monatlich rund 13.000 Tagesfahrscheine abgesetzt. 70 Prozent der Kunden fahren im Bereich der Stadt Hannover. Die gesteigerte Nachfrage hat auch Auswirkungen auf den Zuschussbedarf. Der lag anfänglich bei 750.000 Euro pro Jahr, ist aber mittlerweile auf 4 Millionen Euro geklettert - Tendenz weiter steigend.

Im Juni will die Regionsverwaltung einen umfänglichen Bericht über die Erfahrungen mit dem Sozialticket vorlegen. Interessant dabei dürfte vor allem die Beantwortung der Frage sein, ob durch das Angebot nennenswert Neukunden in Busse und Bahnen eingestiegen sind oder ob es vor allem von Menschen genutzt wird, die auch schon vorher Fahrgäste waren. Sollte Ersteres der Fall sein, könnte die Region darauf dringen, dass sich die Verkehrsunternehmen an den Subventionen beteiligen.

Klawunde glaubt, dass das Sozialticket dabei geholfen hat, die Fahrgastzahlen ganz allgemein zu steigern. Dies werde auch der Fall sein, wenn die Wertmarke entfällt.

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