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Aus der Stadt Grüne und FDP streiten ums Fahrradfahren
Hannover Aus der Stadt Grüne und FDP streiten ums Fahrradfahren
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00:16 01.06.2015
Von Andreas Schinkel
Ratsherr Patrick Drenske (Mitte) zeigt, dass Fahrradkurier Thomas Kaluzinski Heizkörper ausliefern kann, etwa mit schweren Lastenrädern von Lars Wichmann (rechts). Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Es ist noch fast eineinhalb Jahre hin bis zum nächsten kommunalen Urnengang. Doch beim Thema Radeln kommt jetzt, um im Bild zu bleiben, schon mal etwas Spannung auf die Kette. Donnerstag brachte Grünen-Ratsherr Patrick Drenske zwei Männer mit Lastenfahrrädern vor dem Rathaus in Stellung. Einer von ihnen hatte einen Heizkörper im Lastenkasten. Man muss das dekodieren: „Geht doch!“, lautete die Botschaft an die Skeptiker in der Stadtpolitik, namentlich Ratsherr Wilfried Engelke von der FDP und Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci.

Warum gerade die beiden? Vor Kurzem hatte ein Kopenhagener Radverkehrspapst nach einer Rundfahrt in Hannover sinngemäß gesagt: Hier wird zuallererst an Autofahrer gedacht; und da, wo dann noch Platz ist, dürfen Radler ihre Bahnen ziehen. Die Grünen hatten daraufhin Beifall gespendet. Kirci hatte abwiegelnd betont, dass die dänische Fahrradmetropole Kopenhagen kein Vorbild für Hannover sei - was sicher Autofahrer ganz gern hörten.

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Und Wilfried Engelke, weil Klempner von Beruf, und weil es in den Weiterungen der Debatte auch um Park-Sondergenehmigungen fürs Gewerbe ging, hatte eine Lanze für das Handwerk ganz allgemein gebrochen: Mit dem Fahrrad gehe nun mal nicht alles. „Wie soll ich als Handwerker einen 40-Kilo-Heizkörper mit dem Rad ausliefern?“, hatte er im Rat gefragt.

Das brachte Drenske auf die Idee der „augenzwinkernden Aktion“ mit den beiden Lastenrädern: geht doch! „Ich habe Lastenräder mit einer Zuladung von bis zu 300 Kilogramm“, sagte Lars Wichmann, einer der beiden Zweiradtransporter.

Nicht beantwortet wurde damit die Frage, ob das Lastenrad auch taugt, wenn der Klempner seinen Betrieb in Davenstedt hat und den Heizkörper in Wülfel abholen will, um ihn früh um 8 Uhr in Misburg zu installieren - das dauert dann schon so seine Zeit. Aber bis zur Kommunalwahl dauert es ja auch noch mehr als ein Jahr.

Andreas Schinkel 29.05.2015
29.05.2015
Bernd Haase 31.05.2015