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Aus der Stadt Grünes Licht für das nächste Flüchtlingsheim
Hannover Aus der Stadt Grünes Licht für das nächste Flüchtlingsheim
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00:23 21.03.2015
Von Bernd Haase
Foto: Flüchtlinge in der Landesaufnahmebehörde für Asylsuchende (LAB) in Braunschweig.
Flüchtlinge in der Landesaufnahmebehörde für Asylsuchende (LAB) in Braunschweig. Quelle: dpa /Symbolfoto
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Hannover

Die Stadt kann in einem als Gewerbe- und Mischgebiet ausgewiesenen Areal am Bahndamm in Ahlem ein Flüchtlingsheim bauen. Entsprechende Pläne hat der Bauausschuss des Rates gestern einstimmig befürwortet. Die formelle Änderung des Bebauungsplans ist notwendig, weil soziale Einrichtungen in Gewerbegebieten nicht gebaut werden dürfen.

Die Stadt verspürt weiterhin großen Druck beim Einquartieren von Asylsuchenden. Überall im Stadtgebiet entstehen daher Unterkünfte – einige provisorisch als Containersiedlungen, andere in Form fester Häuser. Am Ahlemer Bahndamm ist nun ein zweistöckiges Gebäude geplant, dessen Bau frühestens im Herbst beginnen kann. Vorgesehen ist ein sogenanntes Wohnprojekt mit Plätzen für 50 Personen. Sollte sich der Flüchtlingsstrom abschwächen, könnte es auch als Obdachlosenheim genutzt werden. Zu rechnen ist damit angesichts der Krisen und Kriege etwa in Nordafrika, den arabischen Ländern oder der Ukraine derzeit nicht. Bis September sollen rund 5000 Asylsuchende in Hannover leben.

Sorgen wegen Lärm

Weil in Ahlem anders als an den meisten anderen Standorten der Bebauungsplan geändert werden muss, hat die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit in einem formalen Procedere befragt. Eingegangen sind drei Stellungnahmen von Nachbarn, zwei von Unternehmern und eine von einem Rechtsanwalt.

Beherrschendes Thema war der Lärm, und zwar in Facetten. Gewerbetreibende fürchten Einschränkungen, wenn der Platz für das Flüchtlingsheim als allgemeines Wohngebiet eingestuft wird. Und Nachbarn meinen, der Krach der Züge auf der direkt an der Straße verlaufenden Güterumgehungsbahn verhindere eine Wohnbebauung – es sei denn, es würde eine Lärmschutzwand gebaut.

Die Stadt hat beides ebenso zurückgewiesen wie die Aussage, die Flüchtlinge könnten selbst Lärm machen und so die Nachtruhe stören. „Befürchtungen und Unmutsreaktionen aus der Bevölkerung kann mit den Mitteln der Bauleitplanung nicht begegnet werden. Aufgrund der Erfahrung mit ähnlichen Projekten werden die vorgetragenen Bedenken nicht geteilt“, schreibt sie. Die Kommunalpolitiker folgten dieser Argumentation.

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