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Hannover Aus der Stadt Wir sind Waldmeister!
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00:24 14.11.2014
Von Bernd Haase
Familien nutzen die Eilenriede für Sonntagsspaziergänge.
Familien nutzen die Eilenriede für Sonntagsspaziergänge. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Hannover bezeichnet sich selbst gern als Deutschlands grünste Großstadt. Ob es tatsächlich stimmt, ist nie genau nachgewiesen worden. Eines allerdings steht seit Dienstag fest: Die Bewohner keiner anderen unter den zwölf größten Städten im Bundesgebiet sind mit ihren Parks und Grünanlagen so zufrieden wie die Hannoveraner. Herausgefunden hat dies das Meinungsforschungsinstitut Forsa; die Daten basieren auf der Befragung von 500 Einwohnern pro Stadt.

Neun von zehn Hannoveranern loben das Angebot an Grünflächen in ihrer Heimatstadt. Das bedeutet Platz eins vor Dresden, Hamburg und Bremen, wobei aber der Durchschnittswert mit 82 Prozent ebenfalls sehr hoch ist. Deutlich unterschritten wird er von Köln und Nürnberg, die mit 65 beziehungsweise 73 Prozent am Ende der Tabelle liegen. Jeder dritte Hannoveraner hält sich mehrmals pro Woche in öffentlichen Grünanlagen auf, jeder sechste sogar täglich. Noch häufiger zieht es Münchener, Düsseldorfer und trotz größerer Unzufriedenheit auch Kölner in Parks und auf Grünflächen.

Von wegen grau und nass! Bisher zeigt sich der Herbst in unserer Region von seiner schönsten Seite - mit bunten Blättern und Sonnenschein.

Die meisten Deutschen nutzen die Grünanlagen zum Spazierengehen, da geht es dem Hannoveraner wie dem Münchener oder Berliner. Betrachtet man es sportlich, liegen die Niedersachsen wieder vorn: Jeder zweite gibt an, dass Joggen, Walken oder Fahrradfahren für ihn die beliebteste Tätigkeit im Grünen ist. Immerhin 46 Prozent wollen dort Pflanzen oder Tiere betrachten, auch dieser Wert wird in keiner anderen Stadt erreicht. Andererseits geben 46 Prozent aller Berliner an, in den Parks und auf den Grünflächen gerne zu lesen. Für diese Beschäftigung bleiben die Hannoveraner wohl lieber in den eigenen vier Wänden – nur jeder Dritte hat in der entsprechenden Rubrik sein Kreuzchen gemacht. Auch für das Grillen im Freien können sich die Hannoveraner weniger erwärmen als andere Großstädter wie etwa die Berliner, die Forsa zum Spitzenreiter in dieser Kategorie ausgerufen hat.

Es gibt jedoch nicht nur Lob, sondern auch Kritik: 85 Prozent der Befragten in Hannover legen großen Wert darauf, dass sie sich im Grünen sicher fühlen. Nur 45 Prozent aber sind mit dem Istzustand zufrieden. Die meisten wünschen sich mehr Beleuchtung in den Grünanlagen. Dafür sind mehr als zwei Drittel der Befragten mit dem Angebot an Spielflächen für Kinder und an Sitzgelegenheiten zum Ausruhen zufrieden.

„Die Studie zeigt, dass für immer mehr Menschen echtes Grün unverzichtbar für eine gute Atmosphäre, ein besseres Klima und ein höheres Wohlbefinden im öffentlichen und privaten Umfeld ist“, sagt August Forster. Gleichzeitig bedeute dies für die Verantwortlichen in den Städten und Kommunen, dass eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung ohne echtes Grün nicht realisierbar ist. In Grün zu investieren lohne sich – dies dürfe bei allen Diskussionen um die Kosten der Grünflächenpflege nicht vernachlässigt werden.

August Forster ist der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, der die Studie in Auftrag gegeben hat. Insofern kann es keineswegs überraschen, dass er ein weiteres Detail der Forsa-Umfrage hervorhebt: 79 Prozent aller Befragten sprechen sich dafür aus, dass Parks und Grünanlagen von Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand ausgenommen bleiben sollten.

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