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Aus der Stadt Grundschule Kestnerstraße ist einsturzgefährdet
Hannover Aus der Stadt Grundschule Kestnerstraße ist einsturzgefährdet
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00:15 25.08.2017
Von Saskia Döhner
Wegen Einsturzgefahr bleibt die Grundschule Kestnerstraße teils gesperrt. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Weil Gebäudeteile der Grundschule Kestnerstraße einsturzgefährdet sind, werden seit zwei Wochen vier Klassen jeden Morgen per Bus zum Unterricht in die mehr als sechs Kilometer entfernte Albrecht-Dürer-Förderschule nach Bothfeld gebracht. Die Elternvertreter der betroffenen dritten und vierten Klassen äußern jetzt massiven Protest dagegen und haben einen offenen Brief unter anderem auch an Oberbügermeister Stefan Schostok (SPD) und die Landesschulbehörde geschickt.

„Die Kinder machen sich um 7.30 Uhr von zu Hause auf den Weg zur Schule und sitzen erst um 9 Uhr an ihren Tischen, um dann mit dem Unterricht beginnen zu können“, heißt es in dem Schreiben, das der HAZ vorliegt. Durch die langen Anfahrtszeiten - eine Busfahrt dauert dem Vernehmen nach rund 50 Minuten - verlieren die Schüler fünf Unterrrichtsstunden pro Woche. Relgion, Textiles Gestalten und Werken werden gar nicht erteilt, der Sportunterricht wurde auf eine Stunde pro Woche gekürzt. Dies sei eine erhebliche Benachteiligung gegenüber den Kindern aus den Parallelklassen am Standort. Auch die Pausenzeiten seien gekürzt worden, sodass die Sieben- bis Zehnjährigen nur noch eine große Pause pro Schultag hätten. Sie könnten nicht an Veranstaltungen außerhalb des Klassenverbundes teilnehmen.

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Durch die Verlagerung seien die Grundschuüler zudem mit nicht altersgerechten Problemen konfrontiert. Die pubertären Themen der jugendlichen Förderschüler würden die Dritt- und Viertklässler überfordern. Kinder hätten von älteren Schülern berichtet, die im Gebüsch rauchten oder Schimpfworte benutzten. Schule solle ein Schutzraum sein. Dies sei hier nicht gegeben. Eine Mutter berichtet, dass die Schüler mittags „total kaputt“, immer wieder auch „irritiert von Erlebnisssen am Vormittag“. Die Eltern fordern eine kurzfristige standortnahe Lösung im Stadtteil.

Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski zeigt Verständnis für die Kritik. Die Stadt habe aber ganz schnell eine Lösung finden müssen, weil erst anderthalb Wochen vor Ferienende aufgefallen sei, dass Teile des Gebäudes aus Sicherheitsgründen abgesperrt werden müssten. „Ad hoc konnten wir keine anderen freien Räume finden.“ Man suche aber nach langfristigen Alternativen, denn das Gebäude werde mindestens bis nach den Herbstferien teils gesperrt bleiben müssen. Kontakt mit Jugendlichen hätten viele Grundschüler aber auch auf dem Schulweg oder in der Stadtbahn. Dienstagabend will die Stadt mit Schulleitung und Eltern diskutieren.

22.08.2017
Tobias Morchner 21.08.2017