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Aus der Stadt Eltern nach Prügelei an Grundschule vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Eltern nach Prügelei an Grundschule vor Gericht
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00:17 19.11.2015
Von Tobias Morchner
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Es ist ein im doppelten Wortsinn haariger Fall, über den das Amtsgericht Hannover seit Montag zu entscheiden hat. Mitglieder zweier türkischer Familien waren am 6. Juni 2014 vor der Grundschule Hägewiesen aneinander geraten. Mutter und Tochter der Familie Y. sollen der Mutter der Gegenseite im Streit büschelweise Haare ausgerissen haben. Der Sohn der Familie Y. soll zudem dem Vater der Familie K. mit einem Faustschlag das Jochbein und andere Knochen im Gesicht gebrochen haben. Entzündet hatte sich die Familienfehde an den permanenten – auch körperlich ausgetragenen – Streitigkeiten der damals zehnjährigen Söhne der beiden Familien. Der Konflikt schwelt seit der Einschulung der beiden Jungen.

Doch was sich genau an jenem Morgen des 6. Juni vor dem Schulgebäude zugetragen hat, das stellte sich im Verlauf der bisherigen Verhandlung für Amtsrichter Michael Siegfried nur nebulös dar. Die Angeklagten, die 52-jährige Mutter des Grundschulkindes, die 25 Jahre alte Schwester des Jungen und der 22-jährige Bruder des Jungen, bestreiten die Vorwürfe. Weder hätten sie die Mutter des anderen Jungen zu Boden geschubst, noch mit Füßen getreten und schon gar nicht ihr die Haare ausgerissen. Das ließen sie über ihre Rechtsanwälte Fritz Willig, Manfred Koch und Michael Bruns erklären, die zweifelsohne zu Hannovers Top-Juristen zu zählen sind.

Die Geschädigte präsentierte dagegen dem Gericht eine Plastiktüte mit Haaren, die ihr angeblich von den Angeklagten ausgerissen worden waren und die sie bis zum heutigen Tag aufbewahrt hat. Der Bruder auf der Anklagebank räumte den Faustschlag zwar ein. Er habe allerdings nur zugeschlagen, weil seine Mutter zuvor von den Mitgliedern der anderen Familie K. angegangen worden war und er sie verteidigen wollte.

Die Opfer des Angriffs, die als Nebenkläger am Verfahren beteiligt sind, erklärten ihrerseits, die Mitglieder der Familie Y. hätten sie an jenem Tag vor der Schule abgepasst und seien sofort, mit Unterstützung einer weiteren Frau auf sie los gegangen. Der Streit zwischen den Jungen ist inzwischen allerdings beendet. Beide besuchen inzwischen verschiedene weiterführende Schulen. Wann die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den Familien einen Abschluss finden wird, ist noch offen. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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