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Aus der Stadt Gut gekupfert: Musiker schlüpfen in die Rolle ihrer Idole
Hannover Aus der Stadt Gut gekupfert: Musiker schlüpfen in die Rolle ihrer Idole
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22:52 06.08.2009
Maschseefest Quelle: Nico Herzog
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Ohne Rockstarmanieren

Nein, eine Gitarre auf der Bühne zertrümmert oder Hotelzimmer verwüstet haben die fünf Jungs von Crush, der Bon-Jovi-Coverband aus Hamburg, noch nie. „Für Rockstarmanieren sind wir zu alt“, sagt Gitarrist und Bandleader Jo Ehm (39) schmunzelnd. Seitdem sich die Band 2002 aus ehemaligen Mitgliedern einer anderen Bon-Jovi-Coverband, Dead or Alive, zusammengefunden hat, hat Jo Ehm alle Hände voll zu tun. Neben seinem Beruf als IT-Berater kümmert sich der Gitarrist um Buchungsanfragen aus ganz Deutschland und Holland, ist Manager der Band und probt regelmäßig mit Sänger Ede Schönleber und den anderen Profimusikern. „Ede kann Dank seiner musikalischen Ausbildung wirklich singen wie Jon Bon Jovi“, erzählt Jo Ehm. Kein Wunder also, dass die Fangemeinde groß ist – und einige sogar in Crush-T-Shirts zu den Auftritten der Band kommen. Wenn die fünf Männer heute Abend ab 20.30 Uhr an der Temple Bar Bon-Jovi-Hits wie „Bed of Roses“ oder „Keep the Faith“ spielen und Ede Schönleber mit seiner Reibeisenstimme die erste Strophe von „Always“ anstimmt, ist eine Verwechslung mit dem Original nicht ausgeschlossen. js

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Von Beruf Beatle

Wenn Thomas Wilberding (35) gefragt wird, was er hauptberuflich macht, dann kann er sagen: „Ich bin ein Beatle.“ Genauer gesagt arbeitet der Schlagzeuger als Ringo Starr – zumindest, wenn er mit Michael Bäcker alias Paul McCartney und dem Rest seiner Beatles-Coverband Band ReCartney auf der Bühne steht. „Wir sind sehr große Beatlesfans und haben fast alle in dem Musical ,She loves you‘ als Hauptdarsteller mitgewirkt“, erzählt Wilberding. Seit 2002 begeistert das Quartett um Wilberding und Bäcker mit dem Original Beatlesinstrumenten wie dem Ludwig-Schlagzeug oder der Rickenbacker-Gitarre, den großen Beatles-Hits wie „A Hard Days Night“ oder „Come Together“. Aber auch optisch erinnern die vier Männer aus Niedersachsen mit ihren typischen Pilzkopf-Frisuren und Sechziger-Jahre-Anzügen stark an ihre großen Vorbilder. Diese Ähnlichkeit kommt nicht nur bei Beatlesfans der älteren Generation gut an: „Auch ganz junge Fans kommen gerne zu unseren Konzerten“, sagt Thomas Wilberding. Am Freitag, 14. August, treten ReCartney ab 21 Uhr auf der HTS-Bühne auf. js

Sportliche Alternative

Wer dem Trubel am Freitagabend auf dem Maschseefest entgehen will und Spaß auf dem Sportplatz hat, sollte sich nach Herrenhausen aufmachen. Dort beginnt heute um 18.30 Uhr auf dem Gelände des Deutschen Hockey Clubs Hannover, An der Graft 3, ein Benefizspiel für die „Aktion Sonnenstrahl“, die bedürftigen Kindern hilft. Hockey wird aber nicht gespielt, sondern es wird – passend zum Auftakt der Fußballbundesliga – gegen den Ball getreten. Die Teams, die gegeneinander spielen, nennen sich „Aktion Sonnenstrahl Allstars“ und „Delta Lloyd Allstars“, nach dem Vermögensberatungsunternehmen. Dabei sind die ehemaligen 96-Spieler Martin Groth und André Breitenreiter, Lenny Soccio, früher Eishockey-Profi der Hannover Scorpions, Frauenfußballerin Filiz Heilmann und Hockey-Olympiasiegern Juli Zwehl. Geleitet wird die Partie vom früheren Bundesligaschiedsrichter Uwe Kemmling, Bürgermeister Bernd Strauch und 96-Legende Hans Siemensmeyer machen den Anstoß. Der Eintritt ist frei. ste

Mit Krone

Es brauchte anfangs ein paar Überredungskünste. Doch nachdem Harry Rose (43) sich einen Schnauzbart hatte wachsen lassen, zum Frisör gegangen war und sich auch noch eine Domteursjacke, einen Hermelin-Umhang und eine Krone besorgt hatte, war die Verwandlung perfekt – und die Q-Revival-Band komplett. Seit 1999 schon tourt Harry Rose aus Düsseldorf als Freddie Mercury zusammen mit Stefan Pfeiffer (43) alias Brian May und den anderen drei Profimusikern durch ganz Europa. Für Begeisterung sorgt die Q-Revival-Band nicht nur mit den bis ins letzte Detail perfekt kopierten Queen Songs wie „It’s A Kind Of Magic“, „We Are The Champions“ oder „I Want To Break Free“, sondern auch mit ihrem Aussehen und ihren Bewegungen. „Harrys Metamorphose vollzieht sich in der Garderobe“, erklärt Pfeiffer, der auch am Queen-Musical „We Will Rock You“ mitgewirkt hat. „Vor seinen Auftritten schaut er sich nochmal Videos von Freddie an, um in Stimmung zu kommen“, erzählt der Gitarrist der Band. Durch seine langen Locken, die schlanke Statur und die Gesichtszüge hat auch er selbst eine starke Ähnlichkeit zu Brian May. Und so besteht am Sonnabend ab 20.30 Uhr an der Temple Bar akute Verwechslungsgefahr. js

Ausgeflippt wie Pink

Sie ist tätowiert, wechselt ständig ihre Haarfarbe, ist frech und ein bisschen ausgeflippt: Allein wegen all dieser Eigenschaften könnte Esther Jung (33) schon als der Popstar Pink durchgehen. Und weil sich die Stimmen der beiden Frauen auch noch stark ähneln, lag es eigentlich auf der Hand, dass Jung eines Tages als Pink-Imitatorin auf der Bühne stehen würde. „Selbst bin ich nicht auf die Idee gekommen, sie zu covern“, erzählt sie. Erst als sie vergangenes Jahr von der Pink-Tribute-Band Pink Trouble gefragt wurde, ob sie nicht Lust hätte, mitzumachen, schlüpfte sie in die Rolle der Sängerin. Seitdem ist die dreifache Mutter aus Schleswig Holstein, die schon mit 15 Jahren anfing, professionell zu singen, Frontfrau der Gruppe und in ganz Deutschland unterwegs. Wenn sie Nasenring, Nietenarmband und Netzhemd anlegt und mit ihrer rauen Stimme „Trouble“ oder „Get the Party started“ singt, kommt das nicht nur bei Pinkfans gut an. Erst vor kurzem wurde Pink Trouble mit dem „Deutschen Rock und Pop Preis 2008“ in der Kategorie „Beste Cover/Revivalband“ ausgezeichnet. Am Sonnabend um 20 Uhr ist Pink Trouble an der Maschseequelle zu sehen. js

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