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Aus der Stadt Gutachten zur Brandursache der A2-Katastrophe verzögert sich
Hannover Aus der Stadt Gutachten zur Brandursache der A2-Katastrophe verzögert sich
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23:24 25.01.2009
Von Tobias Morchner
Bei dem schweren Busunglück auf der A2 bei Hannover sind Anfang November 20 Menschen ums Leben gekommen.
Bei dem schweren Busunglück auf der A2 bei Hannover sind Anfang November 20 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: Christian Elsner
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„Wir warten ab“, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker. Dabei befindet sich das Wrack, in dem 20 Menschen starben, seit Ende Dezember nicht einmal mehr in Hannover. Kurz vor Jahresende hatte die Staatsanwaltschaft den Bus der Firma Mommeyer freigegeben. Das Fahrzeug wurde nach Neu-Ulm transportiert. Dort soll ein von der Versicherung des Busunternehmens beauftragter Gutachter eigene Nachforschungen zum Brand an Bord des Mercedes anstellen. Doch wegen der noch ausstehenden TÜV-Analyse konnte er bislang nicht mit seiner Arbeit beginnen. „Er ist zwingend auf das Gutachten aus Hannover angewiesen, weil er wissen muss, was in dem Wrack bei den Begutachtungen verändert worden ist und was nicht“, sagte Mommeyer-Anwalt Matthias Waldraff.

Grundsätzlich besteht die Brandursachenforschung immer aus drei Schritten. Zunächst analysieren die Experten den Zustand des ausgebrannten Wracks. Dann forschen sie nach der Ursache. Im letzten Schritt muss dann der Beweis geführt werden, ob die ermittelte Ursache tatsächlich die zuvor analysierten Auswirkungen haben konnte oder nicht. Unklar ist, an welchem Punkt sich die TÜV-Experten befinden. Die Staatsanwaltschaft machte dazu keine Angaben.

Die Entschädigungszahlungen der Versicherung des Busunternehmens an die Geschädigten und Hinterbliebenen werden von dem noch ausstehenden Gutachten allerdings nicht blockiert. Die VGH hatte bereits kurz nach der Katastrophe schnelle und unbürokratische Hilfe angekündigt und mit den Zahlungen begonnen. „Es geht jetzt um mögliche Regressforderungen an den Hersteller des Busses und darum, künftig solche Unglücke vermeiden zu können“, erläuterte Matthias Waldraff.
Der Bus der hannoverschen Firma Mommeyer war am 4. November auf der A 2 während der Rückfahrt von einem Tagesausflug in Flammen aufgegangen. Nur 13 Insassen konnten sich retten.