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Aus der Stadt Gymnasien müssen Schüler ablehnen
Hannover Aus der Stadt Gymnasien müssen Schüler ablehnen
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08:02 26.07.2012
Von Bärbel Hilbig
Den Unterricht am Wunschgymnasium zu bekommen, ist für einige Kinder aus Hannover nicht möglich.
Den Unterricht am Wunschgymnasium zu bekommen, ist für einige Kinder aus Hannover nicht möglich. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Rund 250 angehende Fünftklässler in Hannover werden wohl nicht auf das Gymnasium kommen, das an erster Stelle ihrer Wunschliste stand. Mehr als 4000 Kinder wechseln im September von der Grundschule an eine weiterführende Schule. Rund die Hälfte steuert in der Regel ein Gymnasium an – und da sind manche besonders beliebt. „Es besteht aber kein Anspruch auf ein bestimmtes Gymnasium“, betont Christian Zachlod von der Landesschulbehörde. Eltern, die ihr Kind an eine Gesamtschule schicken wollen, haben es allerdings noch schwerer: Dort gab es in den vergangenen Jahren insgesamt zu wenig Platz.

Das mit Abstand begehrteste Gymnasium ist dieses Jahr offenbar die Schillerschule in Kleefeld. Offizielle Zahlen der Behörden gibt es dazu noch nicht. Aber auch die Leibnizschule in der List musste etliche Absagen verschicken. Selbst in der Südstadt, die vier städtische Gymnasien vorweisen kann, gibt es Gedränge: Die Tellkampfschule konnte nach HAZ-Informationen 70 Kindern keine Zusage geben, die Bismarckschule bekam 150 Anmeldungen für 120 Plätze.

Wenn die Nachfrage zu groß ist, muss eine Schule ihre Plätze unter allen Schülern auslosen, die sich dort mit Erstwunsch angemeldet haben. Nur Kinder, die bereits Geschwister an der Schule haben, sind davon ausgenommen. „Der Stadtteil, in dem ein Kind wohnt, ist dabei nicht entscheidend“, sagt Zachlod. Die Schulen selbst organisieren die Auslosung. Die Stadt als Schulträger kann den korrekten Ablauf kontrollieren. Für Kinder, die bei der Verlosung leer ausgehen, versuchen die Schulleiter, gemeinsam mit Landesschulbehörde und Stadt eine andere Schule von der persönlichen Wunschliste auszusuchen.

Michaela Frahm aus der Seelhorst hatte deshalb alle vier städtischen Gymnasien der Südstadt aufgelistet, als fünftes noch die Sophienschule im Zooviertel. Dort wird ihr Sohn nach den Ferien nun wohl anfangen: In der Südstadt war nach der ersten Anmelderunde alles voll. „Jetzt muss er den Bus nehmen, in die Südstadt hätte er mit anderen Kindern mit dem Rad fahren können.“ Eine andere Mutter, deren Kind ebenfalls an keinem Südstädter Gymnasium zum Zuge kam, ärgert sich: „Alle Freunde haben einen Platz an ihrem Wunschgymnasium bekommen.“

Conrad von Meding 26.07.2012
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