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Aus der Stadt Loben auf niedrigem Niveau
Hannover Aus der Stadt Loben auf niedrigem Niveau
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17:50 30.04.2014
Von Stefan Arndt
Die Experten Bernd Schwope, Elke Schipper, Jörn Marcussen-Wulff und Bürgermeister Bernd Strauch diskutieren im HAZ-Forum. Quelle: Herzog
Hannover

HAZ-Mitarbeiter Bernd Schwope erhielt als Moderator auf seine einleitende Frage, ob Hannover in Bezug auf diese Musik nun Hochburg oder Provinz sei, vor allem die eine gereizte Antwort: Hannover ist eine unterfinanzierte Jazzstadt. Elke Schipper, die seit 38 Jahren die Hohe-Ufer-Konzerte mit improvisierter Musik veranstaltet, beklagte eine „Missachtung ihrer Arbeit“ durch die Stadt, die ihre Zuschüsse im Laufe der Jahre immer weiter reduziert und der Reihe zuletzt ganz die Existenzgrundlage entzogen habe. „Für mich heißt das: Unsere Arbeit ist hier nicht erwünscht“, sagte Schippers.

Beim HAZ-Forum zum Thema Jazz in Hannover am Dienstagabend im Anzeigerhochhaus diskutierten Vertreter der Szene über den Stellenwert dieser Musik in Hannover. 

Versöhnlichere Töne schlugen die Vertreter der Jazzmusiker-Initiative und des Jazz Clubs Hannover an. Jörn Marcussen-Wulff, Organisator der hannoverschen Bigband Fette Hupe und Vertreter der Musiker-Initiative, erinnerte daran, dass es in Deutschland generell schwierig sei, Jazz professionell auszuüben. „Ich kenne keinen Musiker, der allein mit der Musik sein Geld verdienen kann“, sagte er. Selbst Spitzenkünstler wie der aus Braunschweig stammende Posaunist Nils Wogram seien finanziell auf Lehrtätigkeiten angewiesen. Innerhalb der schwierigen Rahmenbedingungen habe sich die Jazzszene in Hannover in den vergangenen Jahren aber recht gut entwickelt. Entscheidender Faktor sei dabei die wachsende Bereitschaft aller Beteiligten zur Zusammenarbeit.

Auch Bürgermeister und Jazz-Club-Vorsitzender Bernd Strauch betonte, wie gut die Stadt im Vergleich dastehe. Er stellte dabei die Frage, was eine Jazzstadt eigentlich ausmache. Als Antwort schlug er die Bereitschaft vieler Menschen vor, sich für die Musik zu engagieren. „Dazu gehören die Musiker, das Publikum, die Veranstalter, die Organisatoren und auch die Putzfrau, die im Club saubermacht und dafür sorgt, dass es dort weitergehen kann.“ Diese Antwort empörte einen Teil der anwesenden Musiker, die ihre eigene Arbeit als den zentralen Teil einer funktionierenden Szene betrachten. Andere ihrer Kollegen stimmten Strauch derweil zu und betonten ebenfalls die Bedeutung eines breiten Netzwerkes für den Jazz.

Am Ende überwog jedoch bei allen Sorgen über die Finanzierung der positive Blick auf eine Szene, die dabei ist, alte Grabenkämpfe zu überwinden und zu einem zukunftsfähigen Miteinander zu finden. Marcussen-Wulffs Fazit war so immerhin Loben auf niedrigem Niveau: „In Hannover hat sich viel getan, gerade in Vergleich zu anderen Städten. Aber gut ist es noch nicht.“

Verzagen muss man deshalb aber wohl nicht: Gemeinsam können die Musiker die Situation zweifellos weiter verbessern. Der teilweise von emotionalen Wortgefechten geprägte Abend im Anzeigerhochhaus offenbarte aber auch, dass es für ein gutes Miteinander derzeit durchaus noch Gesprächsbedarf gibt. Die Diskussion ist eröffnet.

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