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Aus der Stadt Wie Stress und Leistungsdruck zu Burn-out führen kann
Hannover Aus der Stadt Wie Stress und Leistungsdruck zu Burn-out führen kann
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00:16 01.04.2017
Von Veronika Thomas
Die Gesundheit von Seele und Geist: Es diskutierten Michael Born (von links), Babak Rafati, Anette Rebslob, Claudia Wilhelm-Gößling und Moderator Jan Sedelies. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Beim HAZ-Gesundheitsforum „Depression, Sucht, Burn-out – Die Gesundheit von Seele und Geist“, das von HAZ-Redakteur Jan Sedelies moderiert wurde, schilderte der ehemalige Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati vor mehr als 160 Gästen, wie leicht man in eine schlimmstenfalls tödliche Spirale aus Stress und Leistungsdruck geraten kann.

Nach monatelangem Mobbing durch Vorgesetzte und dem Versuch, durch Stärke dagegen zu halten, unternahm er 2011 in einem Hotelzimmer einen Suizidversuch. Er wurde gerettet. Heute sagt er: Er habe damals alles in sich hineingefressen. Ein großer Fehler.

Diesen Satz hören Ärzte nach Suizidversuchen offenbar häufig. „Wir fragen Patienten dann, was das Schlimmste an ihrer Situation war“, sagte Claudia Wilhelm-Gößling, Chefärztin der Klinik für Suchtmedizin und Psychotherapie der Psychiatrie des Klinikums Region Hannover (KRH) in Wunstorf, die als Expertin Rede und Antwort stand. „Aber es nie zu spät, sich Hilfe zu holen.“

Depression bei Kindern

Auch Kinder und Jugendliche leiden unter Stress und Leistungsdruck und können dadurch in eine Depression rutschen. „Oft sind es mehrere Ursachen gleichzeitig, weshalb Kinder und Jugendliche depressiv werden – etwa die Trennung der Eltern, Mobbing oder immer schlechtere Schulnoten“, beschrieb Anette Redslob, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der KRH-Psychiatrie in Wunstorf. Sie riet Eltern, die merkten, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimme, einen Psychologen aufzusuchen. „Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass nichts ist. Bei Bauchschmerzen suchen sie ja auch einen Arzt auf.“ Bei psychischen Problemen hätten Eltern aber häufig das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.

Eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter kommt den Vorgesetzten zu. „Führungskräfte geben sich viel Mühe, dass die Beschäftigten ihre Leistung erbringen“, sagte Michael Born, KRH-Geschäftsführer für den Arbeitsbereich Personal. „Wir sollten Führungskräfte ebenso schulen zu erkennen, ob ein Mitarbeiter Probleme hat. Wir können als Unternehmen nur erfolgreich sein, wenn sich das Personal wohl fühlt.“ Dazu zählten neben Lob und Wertschätzung unter anderem Hilfsangebote für Mitarbeiter und das Sensibilisieren von Führungskräften für die Probleme der Beschäftigten.

Babak Rafati hat seinen Job als Schiedsrichter an den Nagel gehängt. Stattdessen hält er Vorträge über Burn-out, Mobbing und Leistungsdruck, hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben. „Heute weiß ich: Ich bin ein Vorbild, wie man es nicht macht.“ Sein Rat an Burn-out-Gefährdete: „Gehen Sie ruhig mal zu einem Psychologen. Für mich war es eine wunderbare Erfahrung.“     

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