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Aus der Stadt Wie gesund ist Sport wirklich?
Hannover Aus der Stadt Wie gesund ist Sport wirklich?
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06:57 12.03.2018
Simon Wald (rechts) spricht in der Ellipse über seine Erkrankung und die Zeit danach.   Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Simon Wald war jung, gesund und ein leidenschaftlicher Läufer, als er beim Lauftraining vollkommen unerwartet zusammenbrach und sein Herz stehen blieb. Etwa zur gleichen Zeit joggte Dr. Bernd Schönhofer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie des Klinikum Siloah, nach seinem Feierabend am Krankenhaus los. Als er sah, dass ein Krankenwagen in Richtung Maschsee fuhr, handelte er im Affekt. „Ich bin direkt hintergelaufen, weil ich wusste, dass dahinten nur Sportler unterwegs sind“, sagte Dr. Schönhofer. „Ich hatte einfach das verrückte Gefühl, dass ich dort gebraucht werde.“ Vor Ort versuchten die Rettungskräfte eineinhalb Stunden lang Simon zu reanimieren. „Zehn Elektroschocks waren nötig, da er starkes Kammerflimmern hatte“, berichtete der Pneumologe. „Bei einem älteren Menschen hätten wir den Versuch der Wiederbelebung längst aufgegeben.“ 

Doch sie blieben dabei und schafften es, das Herz des jungen Mannes wieder zum schlagen zu bringen. Beim HAZ-Leserforum zum Thema Sport und Bewegung erzählte Wald die Geschichte, die mittlerweile zwei Jahre zurück liegt, noch einmal. „Danach musste ich meinen Körper ganz neu kennenlernen und mich ganz langsam wieder an den Sport herantasten“, sagte er. Erstaunlicherweise hat er keinerlei Beschwerden von dem Unglück davon getragen. „Wir haben danach alle möglichen Tests gemacht, aber die Ursache für den plötzlichen Herztod nicht finden können. Es bleibt ein Mysterium“, sagte Dr. Schönhofer. 

Sport ist eher Schutz als Risiko

Beim HAZ-Leserforum diskutierten die beiden gemeinsam mit Dr. Reinhard Fremerey, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Jörg Geletneky, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin, Dr. Bernhard Vieregge, Chefarzt der Klinik für Kardiologie des Klinikum Neustadt am Rübenberge und Moderatorin und HAZ-Redakteurin Jutta Rinas über das richtige Maß an Bewegung. „Simons Fall ist schrecklich, aber man muss ganz klar sagen, dass Sport eigentlich immer eher Schutz für das Herz ist als ein Risiko“, sagte Dr. Vieregge

Dem pflichtete auch Dr. Fremerey bei. „Es stimmt schon, dass es immer mehr sportmedizische Verletzungen gibt, aber grundsätzlich ist Sport sinnvoll. Die Dosis macht es“, sagte er. Dabei sei vor allem Schwimmen eine schonende Sportart, die alle Muskelgruppen gleichermaßen beanspruche. 

Doch wie viel Sport ist richtig? „Vier bis fünf Mal die Woche für 30 Minuten Sport machen wäre ideal“, sagte Dr. Vieregge. „Aber natürlich schaffen das viele nicht mit Arbeit und Familie.“ Dr. Geltneky betonte, dass es nicht immer auf das genau Maß, sondern eher auf die Bewegung an sich ankäme. „Wenn wir regelmäßig 15 Minuten am Tag gehen, senken wir das Risiko eines Herzinfarkts schon drastisch“, bemerkte der Sportmediziner. „Wir sind nun einmal zum Bewegen geschaffen. In Zeiten der Neandertaler ist der Mensch noch 40 Kilometer pro Tag gelaufen. Heute sind es gerade einmal 400 Meter.“ 

Ein besonders wichtiger Aspekt in Bezug auf sportliche Aktivitäten kristallisierte sich allerdings schnell heraus. „Eine Aufwärmphase von 20 bis 30 Minuten ist extrem wichtig“, betonten alle Experten fortlaufend. Mit dieser könne man auch bei den eisigen Temperaturen der vergangenen Wochen oder mit einer Asthmaerkrankung problemlos draußen joggen. 

 

Von Johanna Kruse

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