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Aus der Stadt Die Kraft der Bewegung
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20:24 10.04.2015
Juliane Braun trainiert am Maschsee mit Assistentin Jael Mattow für den Hannover-Marathon. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Erst Freitag umrundete Juliane Braun mit ihrer Assistentin Jael Mattow wieder den Maschsee. Bis zu 12 Stundenkilometer schafft sie mit ihrem Handbike mit den markanten Hannover-96-Rädern. Dreimal in der Woche trainiert sie mittlerweile. 21 Kilometer sind es oft. Am 19. April nimmt sie tatsächlich am Halbmarathon teil. Um 10.30 Uhr soll es dann losgehen. Anschließend wird mit einem Glas Sekt gefeiert. Assistentin Mattow strahlt voller Stolz. Und Braun lächelt still. Das Handbike verdankt die Hobbysportlerin hilfsbereiten HAZ-Lesern - und damit auch ihren neuen Lebensmut.

Es war einer der bewegendsten Fälle der vergangenen HAZ-Weihnachtshilfe-Saison. Im November gab Juliane Braun sehr persönliche Einblicke in ihr Leben. Bis 2009 hatte sie einen guten Job, studierte berufsbegleitend, lebte in einer festen Beziehung. Dann sollte bei Braun ein Cochlea-Implantat ausgewechselt werden - ein Routineeingriff. Doch es gab Komplikationen. Braun erlitt während der Operation einen schweren Hirnstamminfarkt, einen Herzinfarkt, eine Hirnblutung und eine mehrfache Lungenembolie. Sie musste lesen und schreiben neu lernen. Wenig später erlitt sie erneut einen Schlaganfall. „Im November 2009 wollte ich Schluss machen“, erzählte sie im sachlichen Ton. Die 39-Jährige ist berufsunfähig und lebt von der Grundsicherung. Sie suchte Hilfe.

Im November 2014 erhoffte sich Braun ein wenig Unterstützung durch die HAZ-Weihnachthilfe. Sie wünschte sich ein sogenanntes Handbike, um mobiler zu sein und sich selbstständig fortzubewegen. Sie wollte ihre Lebensqualität verbessern und träumte offenherzig von einer Teilnahme am viel beachteten Hannover-Marathon.

Der Text rührte viele HAZ-Leser. Schon am nächsten Tag meldeten sie sich telefonisch in der Redaktion und fragten nach dem Preis eines Handbikes. Sie würden es gerne spenden wollen. Unter den ersten Helfern war auch Stefanie Eichel, Geschäftsführerin von Eichel Events und Veranstalterin des Marathons. Ihr klares Ziel: Braun helfen und auf den Marathon vorbereiten, unentgeldlich und unkompliziert. Sie fand schnell Mitstreiter. Gemeinsam mit der ehemaligen deutschen Triathletin Sandra Wallenhorst besuchte sie Braun und arbeitete ein Trainingsprogramm aus. Im Februar kam endlich das Handbike.

„Manchmal habe ich mich einfach nur noch gefragt, was ich denn da angestellt habe und was gerade mit mir passiert“, sagt Braun. „Ich bin aktiv, mobil, ausgeglichener. Und bin so viel draußen wie noch nie. Ich frage mich oft, was ich in meinem Leben bisher verpasst habe.“ Sport sei nun fester Bestandteil ihres Lebens geworden, sie trifft sich regelmäßig mit einer Laufgruppe, auch im nächsten Jahr möchte sie am Marathon teilnehmen. „Es fühlt sich so an, als ob ein ganz großer Traum wahr geworden ist. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.“

Der 25. Hannover-Marathon beginnt am 19. April um 9 Uhr. Start und Ziel ist das Neue Rathaus. Neben der vollen Distanz über 42 Kilometer gibt es einen Halbmarathon, einen 10-Kilometer-Lauf, Inline-, Handbiking-, Walking-Wettbewerbe, einen Kinderlauf, einen Fun-Run und eine Staffel.

MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg spricht im HAZ-Interview von einer intakten Notfallversorgung. Dass wie kürzlich Patienten in Kliniken außerhalb der Region Hannover verlegt würden, habe jedoch eine neue Qualität. Tecklenburg sieht keine Alternative: „Wir werden nicht dafür bezahlt, Reserven vorzuhalten.“

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