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Aus der Stadt Ursula von der Leyen behält Doktortitel
Hannover Aus der Stadt Ursula von der Leyen behält Doktortitel
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00:16 12.03.2016
Ursula von der Leyen behält ihren Doktortitel. Quelle: dpa
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Hannover

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihren Doktortitel nicht aberkannt. Nach monatelanger Prüfung der nicht unerheblichen Plagiatsvorwürfe beschloss der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gestern Abend mit sieben Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung, dass die Ministerin ihren Titel behalten darf.

Dabei habe es durchaus Mängel in von der Leyens Arbeit gegeben, sagte der Präsident der MHH, Professor Christopher Baum. Insbesondere in der Einleitung habe man klare Plagiate gefunden. Doch das seien handwerkliche Mängel, kein systematischer Betrug. „Es wurden Fehler festgestellt, allerdings kein Fehlverhalten“, sagte Baum. „Es gibt keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung.“ Der Haupttext der Arbeit sei frei von Mängeln.

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Von der Leyen, die sich gestern in den USA aufhielt, zeigte sich erleichtert. In einer ersten Reaktion übte sie gestern aber auch Selbstkritik. „Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Maßstäben, die ich an mich selber stelle“, hieß es in einer in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Im August vergangenen Jahres hatte von der Leyen die MHH um Prüfung ihrer 1990 verfassten Doktorarbeit gebeten, nachdem die Internet-Plattform „Vroni“-Plag auf 27 der 62 Seiten Plagiatsstellen gefunden haben wollte. Von der Leyen habe sich aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten bedient und das gar nicht oder unzureichend gekennzeichnet, so der Vorwurf.

Die MHH setzte daraufhin eine Prüfungskommission ein, die die Arbeit unter die Lupe nahm. Man habe großen Wert auf die Unbefangenheit der Kommissionsmitglieder gelegt und etwa auch parteipolitische Verbindungen ausgeschlossen, sagte MHH-Präsident Baum. Um sich zusätzlich abzusichern, wurden externe internationale Gutachter beauftragt. Bereits im Februar hatte die Kommission einen Abschlussbericht angefertigt, der sich gegen eine Aberkennung des Doktortitels aussprach. Von der Leyen und die Hochschulleitung erhielten diesen Bericht umgehend. Am Mittwoch nun schloss sich auch der Senat dem Votum an.

Von der Leyens Arbeit sei auch aus heutiger Sicht „wissenschaftlich valide und relevant“, sagte der Ombudsmann der MHH, Professor Thomas Werfel. Von der Leyen hatte Ende der 1980er Jahre eine Studie an hochschwangeren Patientinnen durchgeführt, um zu sehen, ob bei einem vorzeitigen Blasensprung ein Wannenbad infektionshemmend wirkt. Das Ergebnis war positiv und sei von hohem praktischem Nutzen gewesen, so Professor Werfel. Es habe auch Vorwürfe gegeben, von der Leyen habe ethische Standards verletzt und bei ihrer Studie ihre Patientinnen in Gefahr gebracht. Diese Vorwürfe seien „eindeutig ausgeräumt worden“, so Werfel.

Von der Pressekonferenz am Mittwochabend hatte Heiko Randermann live mitgetickert.

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