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Aus der Stadt HIS gründet Institut für Hochschulforschung
Hannover Aus der Stadt HIS gründet Institut für Hochschulforschung
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22:13 31.08.2010
Von Juliane Kaune
Wissen alles über die deutschen Studenten: Prof. Martin Leitner (links) und Michael Leszczensky vom Hochschul-Informationssystem. Quelle: Christian Burkert

Sie wissen (fast) alles über die deutschen Studenten. Das in Hannover ansässige Hochschul-Informationssystem (HIS) ist die bundesweit wichtigste Schnittstelle für Informationen aus der deutschen Hochschullandschaft. Die Studien der HIS-Experten zu Themen wie Studienabbruch, soziale Lage der angehenden Akademiker, Internationalisierung der Hochschulen oder Perspektiven der Absolventen haben bei Politikern und ministeriellen Entscheidungsträgern im ganzen Land Gewicht. Und diese Expertise wird weiter ausgebaut: Um die erfolgreiche Arbeit noch breiter anzulegen, gründet die HIS-GmbH am 1. September ein eigenes Institut für Hochschulforschung, das auch mit der Leibniz Universität in Hannover kooperiert.

„Wir wollen uns noch intensiver mit der Wissenschaftsgemeinde vernetzen und unser Forschungsprofil weiter schärfen“, betont HIS-Geschäftsführer Prof. Martin Leitner. In dem neuen Institut werden die 70 Beschäftigten arbeiten, die bereits jetzt den Bereich der Hochschulforschung bei HIS abdecken. Weitere Geschäftsfelder des insgesamt 309 Mitarbeiter zählenden gemeinnützigen Unternehmens am Steintor sind die Konzipierung von Hochschulsoftware sowie die Beratung von Hochschulen bei der Entwicklungsplanung.

In der Öffentlichkeit aber macht HIS stets mit seinen Studien von sich reden. Ob die umfassende Sozialerhebung, die im Auftrag des Deutschen Studentenwerks bereits zum 19. Mal veröffentlicht wurde, das turnusmäßig erscheinende Standardwerk „Bildung in Deutschland“ für das Bundesbildungsministerium, die regelmäßigen Erhebungen zur Zahl der Studienberechtigten eines Jahrganges oder die Befragungen von Studienanfängern – es gibt kaum eine Untersuchung aus der Uni-Welt, hinter der nicht HIS steckt. Natürlich waren die hannoverschen Forscher auch die Ersten, die herausfanden, dass sich mit den Bachelorstudiengängen die Studienabbrecherquoten in manchen Studiengängen – ganz anders als beabsichtigt – deutlich erhöht haben.

Um das in mittlerweile 41 Jahren gesammelte Know-how in Sachen Hochschulforschung noch besser zu bündeln, werde das neue Institut gegründet, erklärt der Geschäftsführende Leiter Michael Leszczensky. „Damit sind wir im Arbeitsalltag beweglicher, auch wenn wir weiterhin als eine der drei tragenden Säulen zum HIS gehören.“ Es stelle sich immer wieder heraus, dass nach einer umfangreichen Studie für einen bestimmten Auftraggeber noch mehr Aussagekraft in den erhobenen Daten steckt. Diese sollten künftig in weiteren wissenschaftlichen Veröffentlichungen publiziert werden – in Kooperation mit Wissenschaftlern, die an Bildungs- und Sozialforschungsinstituten von Hochschulen tätig sind. Ziel ist es, auf diesem Weg ein bundesweit beispielhaftes Forschungsdatenzentrum aufzubauen.

Wegen der örtlichen Nähe wurde zuerst mit der hannoverschen Leibniz-Uni ein Kooperationsvertrag vereinbart. Dieser geht über die Zusammenarbeit in der Forschung hinaus – auch die Lehre wird profitieren. Schon zum kommenden Wintersemester bieten die Uni und das HIS-Institut für Hochschulforschung einen gemeinsamen Masterstudiengang „Wissenschaft und Gesellschaft“ an. Das mit 25 Plätzen ausgestattete Studienangebot, das sich sozialen Strukturen in der sogenannten Wissensgesellschaft widmet, sei bundesweit einmalig, sagt Leszczensky. Auch eine von der HIS GmbH finanzierte Stiftungsprofessur an der Uni ist in Planung, perspektivisch soll es neue Doktorandenstellen geben.

„Das Gebäudeensemble des Bahnausbesserungswerks in Leinhausen ist absolut erhaltenswürdig“, sagt Bauhistoriker Sid Auffarth. Wie berichtet lässt die Bahn das Areal mit mehreren Gebäuden, die zum Teil wegen Baufälligkeit aus dem Denkmalschutz entlassen sind, am übernächsten Wochenende in einer Auktion versteigern.

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