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Aus der Stadt Händler auf dem Weihnachtsmarkt setzen auf Biozutaten
Hannover Aus der Stadt Händler auf dem Weihnachtsmarkt setzen auf Biozutaten
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16:55 03.12.2011
Steffen Glatzke (Zweiter von rechts) hat seine Kommilitonen aus dem Bereich Mediendesign und Innenarchitektur auf einen Glühwein eingeladen. Quelle: Peters
Hannover

Nur über die Jahre betrachtet braucht wohl auch dieses Ritual ein paar stilistische Neuerungen, um nicht langweilig zu werden – die Händler setzen dabei auf ganz unterschiedliche Ideen.

Am deutlichsten ist dabei der Trend zum hochwertigen und ökologisch vertretbaren Glühweingenuss. Susanne Arnold ist seit 40 Jahren mit ihrem Stand „Glühwein bei Susi“ beim Markt vertreten. Sie sei der einzige Ausschank, bei dem der Glühwein noch selbst hergestellt wird, sagt sie. In zwei großen dampfenden Kesseln mischt sie italienischen Landwein mit Zimt, Nelken und Sternanis. Die Gewürze kommen dabei mit einer Teekugel in den Wein, den Arnold mit einer großen Kelle selbst umrührt. „Das ist doch was Ordentliches“, sagt sie. „Unser Wein kommt aus keinem Tetrapack oder Kanister“, sagt die 60-Jährige. Vielen Händlern sei die Eigenproduktion zu teuer. „Die Arbeit macht sich kaum noch einer“, sagt sie. Es sei schon komisch, dass Kunden überall auf Biosiegel schauen, es nur bei Getränken keine Rolle spielt. 2 Euro kostet der Glühwein aus Eigenproduktion bei Susanne Arnold.

Auch Dirk Bötticher glaubt, dass immer mehr Besucher auf die Qualität des Weines achten. Aus diesem Grund verkauft er an seinem Stand „Stiefelschenke“ in diesem Jahr erstmalig Bio-Glühwein in seinen Weihnachtsmarktkeramikstiefeln. Die Zutaten wurden streng biologisch hergestellt. „Und die Leute fragen genau danach“, sagt Bötticher.

Trotzdem setzen viele Kollegen weiterhin auf traditionellen Glühwein, den sie aber mit speziellen Zutaten aufwerten. Bei „Glühwein bei Doris“ gibt es den warmen Wein wahlweise mit Nüssen und Rosinen, Rum und Kirschen, Rum und Pflaumen und Orangenlimonade. Am Stand des Concorde Hotel am Leineschloss bietet Beate Schröder Glühwein mit Marillen und Mandel-Vanille-Geschmack an. Und am Platz der Weltausstellung wird es ganz exotisch: Dort verkauft Miriam Agtsch in bayerischer Tracht Bayerischen Glühpunsch.

Seit drei Jahren kommt die Bayerin nun schon zum Weihnachtsmarkt nach Hannover. „Wir mischen den Wein mit Waldbeeren und Obst“, sagt sie. Am Anfang seien die Hannoveraner skeptisch gewesen, aber die Resonanz nehme jedes Jahr zu.

Auch dies scheint ein neuer Trend zu sein. Die Händler mischen immer neue Getränke an. So gibt es am Stand des „Alt Hanovera“ erstmalig Dos Mas – ein Tequila-Likör mit Zimtgeschmack. Im „Forsthaus“ im Tannenwald schenkt Julian Bertram leckeren Apfel-Zimt-Punsch als Alternative zum Glühwein aus. Und Brigitte Knuth verkauft an der Jagatee-Hütte am Ballhof „Schwarze Sau“, eine Lakritz-Wodka-Pfeffer-Mischung, die sie selbst herstellt. „Wenn uns langweilig wird, werden wir kreativ“, sagt Knuth und verweist auf ihre Kreation namens „Heißes Ei“ – eine Mischung aus warmen Eierlikör, Sahne und Kakao.

Ansonsten setzen die Glühweinhändler auf bewährte Dekorationen und bekannte Getränkespezialitäten wie Lumumba. Nur in einer Bude am Hauptbahnhof wird es noch einmal innovativ. Dort gibt es nicht nur sogenannten Nürnberger Glühwein, dort dröhnt aus den Boxen auch Musik von Die Ärzte statt Bing Crosby und Rammstein statt Kinderchoraufnahmen. Es gibt eben auch Neuerungen, auf die man verzichten kann.

Jan Sedelies

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